# 42 / Gedanken oder Objekte verrücken – Neo Hegel Jesus Ego

Auserwähltsein

Sich berufen fühlen – von wem, wodurch? Auserwähltsein: sich zu etwas erklären, bereit fühlen. Aber von woher kam der Auftrag? Aus dem Inneren des genotypischen Selbst oder kam er von den Anderen, die sagten, es wäre gut, wenn du ein großes Einzelnes bist – und schlossen dich damit als jenseitig Einzelnes aus der Gemeinschaft aus: gegen die Anderen! Eine Art Befreiung und Bereifung des Ich im (sozial konsturierten) Erfahrungsraum, um in ihm durchzurauschen? Rasend auf der Straße oder mit Worten im Gepäck.
Ein Doppelleben. Die Befindlichkeit einer im Maschinenraum des Bewußtseins versteckten Realität, im Körper, man spürt es, man weiß es für sich – „Ich bin berufen“ -, aber schreit es nicht heraus, im stetigen Widerstreit gegen die ideale Konstruktion des Selbst: Wann endlich kann aus Flüstern Schrei werden?
Wer ist das tatsächliche Subjekt im Subjekt in Hegels „Phänomenologie des Geistes“? Wer ist der Auserwählte zum absoluten Wissen? Im Film MATRIX sollte es NEO sein – MORPHEUS, der Wächter des Traumes und des Schlafes wählte ihn aus. Welche Zumutung, sich frei von allen Kontexten der bisherigen Erfahrung zu neuen Erkenntnissen druchzuringen? NEO und JESUS mussten erst sterben in der uns bekannten Welt, um in einer anderen fortan – für uns – auserwählt zu sein.
Wer ist der Konstrukteur der Atome in den Nerven auf ihrer Bahn zum Selbstbewusst­sein? Oder ist es bei Hegel eine ideale Konstruktion des Textes auf seinem unbeschreitbaren Weg zum ichigen, absoluten Wissen? Auf dem Weg zur Ich-Wahrheit den Weg zu pachten, ist dann konsequent: so kann man sagen: so mußte ich ihn gehen.
Vielleicht wird man auf diesem Weg sich selbst zum Erlebnis, weil man sich so sehr in die Objekte, die Bäume der Anderen mit den eigenen Nerven verstrickt hat.

 

 

Kategorisiert in: