# 53 / Expression

Das, was zum Malen, zum Zeichnen, zur Expression, zum Druckausgleich treibt, ist das noch nicht Da-Seiende, aber vorgestellte Bild, nicht das Malen als bloße Tätigkeit. Es ist der eingestandene Mangel an entsprechenden Ausdrucks- und Beobachtungsformen, der mir ermöglicht, überhaupt mit der wahrgenommenen Differenz zur Umwelt klar zu kommen – sie also als Differenz kommunizieren – artikulieren – zu können und als Differenz in das (artifizielle) Kommunizieren selbst eintreten zu lassen: im Bild, in der Skulptur anhand von Formen. Diese geschaffnen Formen markieren ästhetische Differenzen als Form gewordene Unterschiede und ebenso formieren sie potentiell unendliche ästhetische Differenzierungsmöglichkeiten (= Darstellungsoptionen). Malen, Kreation nur Aggregat. Ausdrückbares Leben als Ventil selbsterzeugter Lebendigkeit. Die eigene Wahrnehmungsfähigkeit -oder Begabung wird mit dem, was der Mensch schon künstlerisch zu kommunizieren weiß, stetig durch die praktisch-künstlerische Tätigkeit ins Verhältnis gesetzt. Eine Welt durch den inneren Zustand zu schleußen, heißt, das Innen, das Verinnerlichte wieder in Welt zu überführen, bedeutet, den eigenen Sprachraum in die Beschreibungsweisen der Welt einzubringen.

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