# 65 / Bildtransplantation

 

Das in Chirurgenhänden liegende Herz im Fernsehen kommt nicht mehr aus dem Fernseher heraus. Ein mediales Überleben des Gefilmten gewährt dem Filmenden sein eigenes. Jedes mediale Schlagen des Herzens ermöglicht dem Zuschauer das Zu-Schauen, Weitersehen, Weiterleben als Überlebenden. Dieses Herz schlägt für das Fernsehen und pumpt für die Sendung: Es schlägt für sie als Ware. Unendlich reproduzierbar kann sein doppeltes Schlagen übertragen werden. Die tiefen Schnitte verweilen in unerhörter Redundanz. Die Wiederholung geht mit dem größeren Einschnitt einher – die Konzentration auf die Wunde vertieft sie.

 

 

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