202, Objekt des Begehrens

Im Verliebtsein-wollenden-Zustand wird jenes Bedürfnis erfüllende Objekt gesucht, was das suchende, mangelnde Subjekt endlich füllt, d. h. ein Objekt zu begehren, das für das Begehren des Subjekts ‚verantwortlich‘ gemacht werden kann, das lohnt. Welches die erkannte Selbst-Objektivierung des Ich wieder aufhebt, um nicht nur bei sich im Masturbieren sein zu müssen. Der gesuchte Widerhall, 1„Der Suchende findet sich als einer, der immer schon ist, das Gefundene erscheint als ein auftretendes äußeres Da.“ Ernst Bloch, in: Das Materialismusproblem, seine Geschichte und Substanz, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, stw 556, Seite 24 der Objekt-Mensch, der Gegenstand, der Fetisch ist Helfershelfer des Ich. Der Andere als begehrtes Liebes-Objekt wird ein identitärer Raum fürs Ich. Aus dem im Begehren verfolgten Anderen, wird die Sprungmelodie des Ich gepresst: das Begehren weicht die Ego zentrierte Identität auf. Die Dankbarkeit gegenüber dem geliebten, anderen Subjekt, an dem das eigene liebende Echo empfangen werden kann, geht daraufhin, den Brunnen, das eigene soziale Entspringen, das sich einander Bedingende ertragen zu können.
Die Welt, dort, wo die Anderen sind, ist der Produzent seines Liebes- und Begehrensverhältnisses. So wird die Welt aufgezehrt vom millionenfachen Begehren, vom rasenden Sich-Zeigen, dem Buhlen um Aufmerksamkeit nach Liebesblicken. Wenn die Welt nicht ursächlich auf das menschliche Subjekt begriffen wird, dann ist diese Welt für das um sein Ich ringende Subjekt nur noch Wirkung.

 

 

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