260, Ich als Verrat

Ich bin durch

Keinen Verrat wie Nähe begehren, den Liebesanspruch sprengen – auf eigene Gefahr -, weil niemand dich verlassen kann: Nur du selbst kannst es. Liebende sind nicht böse, aber tödlich. Der ganze Mensch wird eingefordert. Lichterloh wird das Hirn gelöscht. Feuerbestattung im Kerzenschein. Du mußt dich herausgeben! Solang ein Krümel Liebe von dir übrig ist, kannst du was geben. Danke. Lieber nicht!

Die Sehnsüchte sind der Kampfplatz, die Erfahrungen das Verteidigungsareal. Also wehren! Beisammenhalten, was anfänglich war. Der Zerstörung beiwohnen, das bürgerliche Glück aufbrauchen. In Liebe. Zielen und Treffen hält mit sich Schritt. Was waren wir bereit, zu verlangen, statt zu geben? Dort am Boden liege ich, meine Wäsche rot, grau der Beton. Im Korn der Mitwisserschaft versenkt die Kimme den Puls. Mit lichtigen Resten glitzern Werbeplakate. Ach, deine Hand blutete mich aus.

 

 

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