226, Spaltungen und Menschen

Die kapitalistisch vorangetriebenen Spaltungsprozesse der arbeitenden Menschen zu beschreiben, führt zu der Schwierigkeit, die Spaltungen darzustellen, ohne der abstrakten Vorstellung vom ganzheitlichen, gesunden oder ursprünglich ungespaltenen Menschen zu folgen. Der Setzung idealer gesellschaftlicher Normen im Zuge kapitaler Behandlung menschlichen Verhaltens, steht der konkrete, wirkliche Mensch den operativen Kalkülen entgegen und erscheint vor ihnen unnütz. „Die Disziplin steigert die Kräfte des Körpers (um die ökonomische Nützlichkeit zu erhöhen) und schwächt diese selben Kräfte (um sie politisch fügsam zu machen). Mit einem Wort: sie spaltet die Macht des Körpers; sie macht daraus einerseits eine >Fähigkeit<, eine >Tauglichkeit<, die sie zu steigern sucht; und andererseits polt sie die Energie, die Mächtigkeit, die daraus resultieren könnte, zu einem Verhältnis strikter Unterwerfung um.“1Foucault, in: Überwachen und Strafen – Die Geburt des Gefängnisses“, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2012, (Surveiller et Punir. La naissance de la prison, Edition Gallimard 1975), Seite 177

 

 

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