278, Hegel und Heinz: Beobachten 2. Ordnung

Beobachten 2. Ordnung als Beobachten, das in der Beobachtung vom >Objekt der Beobachtung< getrennt wird und auf sich selbst stösst. Der Beobachtende weiß sich getrennt als Getrenntes vom erkorenen Beobachtungsobjekt und monologisiert mit sich: über den bewussten Trennungsvorgang vom Beobachtungsobjekt und -Subjekt. Das angenommene An-sich-Sein des Objekts dringt zum Für-sich des Beobachtenden durch: über die unendlich versuchten wie gescheiterten Objektivierungen des Beobachtenden selbst. Das Ich im eigenen Beobachtungsvollzug zu erkennen, heißt der eigenen Konstruktion im Beobachten gewahr zu werden und sich der Implikation eigenen Eingeschränktseins (Blindseins) im Beobachten zu vergewissern. Das zu sich selbst kommende Subjekt ist ein intrinsisch gespaltenes.

„Die Begriffe zweiter Ordnung endbergen Einsichten in den Prozess des Beobachters, die auf der Ebene der 1. Ordnung gar nicht möglich sind. Auf dieser Ebene handelt man einfach, verwendet bestimmte Konzepte, Vorannahmen und Theorien, die nicht reflektiert werden. Erst auf der Ebene der zweiten Ordnung entsteht die Möglichkeit der Selbstreflexion. Nichts ist einfach mehr da, nichts ist mehr selbstverständlich. Entscheidend ist, dass der Beobachter für seine Beobachtung, sein Sprechen und Handeln verantwortlich ist. Er ist untrennbar mit dem Gegenstand und Objekt seiner Beschreibung verbunden. Der epistemologische und der logische Bereich der eigenen Aussagen gelangt in eine neue Dimension.“1Heinz von Foerster

 

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    Heinz von Foerster