271, Widerstand
Widerstand zu suchen, sich nicht in den Zuständen einzurichten, nicht in ihnen zu assimilieren, bedeutet, der Realität ihr Vorkommen zu beweisen: Die Abwehr markiert den Gegner. Widerstand als ein Realitätsbeweis für Widersprüche. Dem Widerstand damit Realität bezeugen, weil das Selbst sich real in den Realtitätvollzug einbringt und: in der erfahrenen Realität gegen sie opponiert. Der widerständigen „Disposition“ des Menschen zur geltenden Herrschaft der Situation wird damit Realität – Ausdruck – verliehen. Die widerspenstige Nicht-Anpassung an die normierte Normalität kann als Befreiung vom Zwanghaften bürgerlicher Sozialisierungsprozesse erfahren werden. Zugleich wird im widerständigen Ausdruck gegen die sogenannte Realität das Zwanghafte an und in ihr zum Ausdruck gebracht. Nicht nur wird die Realität im Widerstand gegen sie erfahren, d. h. überhaupt erlangt, der Widerstand selbst wird realistisch, weil er zum Ausdruck kommt und Gestalt gewinnt. Das Wirklich-Sein entsteht also in der Auseinandersetzung gegen und mit der Realität/ Wirklichkeit. Wirklichkeit also nur im Kontakt/ Konflikt mit ihr.
Die Wurzel des Widerstands ist sein Gegen-Stand: Das Ich arbeitet gegen die Um-Stände seiner Gegenstände.