266, Haut zwischen uns
Haut als ein Kontaktraum zur Überwindung der Einsamkeit, wenn wir sie – mit einem anderen – teilen. Wenn wir andere berühren, gleiten wir zwischen unseren Häuten an unseren Grenzen entlang. Die Haut ist die Erfahrungsfläche des Begehrens: als Betätigungsfeld des anderen Egoismus im Liebeskampf um Zuneigung. Spüren und Berühren als Grenzverletzung verschmelzen einander: einvernehmlich. Die Erfahrung des eigenen Körpers als fremden, als ein durch den anderen endlich wahrgenommener und die Wahrnehmung der Körperlichkeit am anderen bilden eine Einheit: Das “Ich-nehme-dich“ heißt: Ich nehme an mir teil. Sex als Objektivierung des Körpers: man nimmt an der Wahrnehmung der eigenen Existenz durch den anderen senso-motorisch teil: Mit der schmerzhaften Erfahrung, der Objektivierung des eigenen Körpers ausgesetzt zu sein, gerade durch das Begehren des oder zum anderen. Das Einlassen auf den geliebten anderen Menschen impliziert ein Wagnis zur Entzweiung, um „im Anderen bei sich zu sein“. (Hegel) Die eigene Haut kommt niemals ohne den anderen so lustvoll in die selbstische Existenz. Die Erfahrung der eigenen Grenze durch ihre Verletzung, Überschreitung durch den anderen Teil-Nehmer.
Man verliert die eigene Grenze mit Haut und Haaren. Aus seiner Haut zu kommen fordert, sie zu verlieren: in lustvollen Momenten.