160, Selbstverletzung, Ritzen Zeigen und Zweifeln

Selbstverletzung ist eine Brücke, dem eigenen Leben näher zu kommen. Eine Art Begegnung, um auf sich zu stoßen. Negation der beste Meißel, die Panzerung des Lebens aufzubrechen, sich in seiner unschuldigsten, denn animalischen Form entgegen zu kommen: blutend, verwundet zum Selbst. Zur Erinnerung an die täglich gebrauchte Aufmerksamkeit. Der Schmerzreflex führt die Wege zum Ich. Die fehlende Mutterbrust, die zum letzten Mal im Schützengraben, auf der Parkbank, im Technoschuppen stillt.

Das selbst erlangte Opfer – endlich in das geprügelte Kind zurück zu kriechen und die Welt da draußen zu hassen und auf ihre Schläge zu warten durch die eigene Hand: In der eigenen Verwundung zu versuchen, den Schmerz im Schmerzzufügen abzuwehren (Sadomasochismus). Dieser geistig-körperliche Bruch mit alltäglichen Lebensäußerungen oder mit normativen Lebenswelten ist quer der Canyon zwischen den menschlichen Gestalten: Zwischen gesellschaftlicher Integration (die durch den Arbeitsplatz errungene Sicherung sozialer Überlebens-Struktur) und gesellschaftlicher Isolierung (durch Entfremdung vom und oder Nichtpartizipation am Produkt gesellschaftlicher Arbeit). Zwischen diesen Polen sucht, begleitet und erhält sich das gequälte Subjekt sein Scheitern im Versuch, diesen konstitutiven Spalt zu überbrücken oder gar zu überwinden. Die aus dem entfremdenden Dasein, aus dem funktionalisierten Leben gepresste Verstärkung der Spaltung der Person in differente Funktionen wirkt auf die Lebenserhaltung (für und gegen den Arbeitsprozess) und auf die Lebensweltwahrnehmung gleichermaßen zerstörend ein. Schon dieses europäische Leben fordert, sich in Weltbezug und Ichbezug zu teilen.1„[…], dass dem europäischen Denken in seiner gesamten Geschichte die Tendenz innwohnte, Identität nicht im Sinne gemseinsamer Zugehörigkeit zu ein und derselben Welt zu verstehen, sondern im Sinne eines selbstbezüglichen Verhältnisses, des Erscheinens des Seins und seiner Manifestationen im Sein oder auch im Spiegel seiner selbst.“ Achille Mbembe, in: Kritik der schwarzen Vernunft, Suhrkamp Verlag Berlin 2014, 5. Auflage 2021, Seite 11 Diese Veranstaltungen als Verunstaltungen des selbstbezüglichen Ichs um sein Ich als seine Vollstreckungen zum Objekt seiner selbst, machen es zum schizoiden Beobachter seines Lebens. „Das Sichschauen-Wollen ist die erste Feindschaft des Ichs mit sich selbst.“2Max Bense, in: Ausgewählte Schriften, Band 1, Verlag J. B. Metzler Stuttgart Weimar, Seite 34
Dieses verquälte Ich hält sich an seinen Wunden schadlos – wiederholt, konstruiert sie stets neu, um sich für sein Handeln dagegen zu rechtfertigen, identitär zu konstituieren. Als Opfer.
Der Verlust der Selbständigkeit steigert sich bis zur Freiheit zum Tode, zum Selbstopfer: blutig oder in den höchsten Stufen der Meditation.3Bericht über einen Mann, der aus diesen meditativen Imperativ seinen Arm in die Luft nach oben hält und seit Jahren nicht mehr davon ablässt, Nachzulesen in einem Beitrag des SZ-Magazins, Datum mir unbekannt
Der Verlust an Selbständigkeit ist der Preis fürs Beharren am Überleben. Der rote Draht zu dem, der die ersten Zähne ausbrach.

 

 

  • 1
    „[…], dass dem europäischen Denken in seiner gesamten Geschichte die Tendenz innwohnte, Identität nicht im Sinne gemseinsamer Zugehörigkeit zu ein und derselben Welt zu verstehen, sondern im Sinne eines selbstbezüglichen Verhältnisses, des Erscheinens des Seins und seiner Manifestationen im Sein oder auch im Spiegel seiner selbst.“ Achille Mbembe, in: Kritik der schwarzen Vernunft, Suhrkamp Verlag Berlin 2014, 5. Auflage 2021, Seite 11
  • 2
    Max Bense, in: Ausgewählte Schriften, Band 1, Verlag J. B. Metzler Stuttgart Weimar, Seite 34
  • 3
    Bericht über einen Mann, der aus diesen meditativen Imperativ seinen Arm in die Luft nach oben hält und seit Jahren nicht mehr davon ablässt, Nachzulesen in einem Beitrag des SZ-Magazins, Datum mir unbekannt

159, Kunst und Wahnsinn II

Die Karriere des Künstlers, Patienten beginnt mit dem Eingriff in seine Ausdrucks-Gebiete: durch Sanktionierungen  seiner Ausdrucksmöglichkeiten -bzw. Resultate (Wettbewerbe, Stipendien, Galerien etc.). Diese gleichwohl seine Arbeit fördernden Möglichkeiten werden durch den Wettbewerb um diese Möglichkeiten auf die bloße, unwahrscheinliche Chance, auf lediglich die Chance darauf, reduziert. Eine künstliche Verknappung der Kunst zur Ware, damit hohe Priese stabil gehalten werden können. Das soziale Phänomen ‚Kunst‘ wird in eine warenförmige transformiert. Das vermeintlich knappe Aufmerksamkeitspotential öffentlicher Wirkungen strukturiert die Daseinsberechtigung von Kunstwerken. Diese Formierung, „Strukturierung“ des künstlerischen Subjekts als abhängiges von den vorgegebenen Sanktionierungen, macht dessen Deformation für die Öffentlichkeit, für das künstlerische Werk wieder produktiv. Diese Überwindungs-Arbeit kann als Scheitern oder Image definiert werden. Die Annektion des Ausdrucks-Seins durch pathologisierende oder marktmäßige Zuschreibungen – wenn der Künstler, die Künstlerin als gescheitert gilt oder vom Scheitern in Depressionen sich erholt – verpflichtet ihn und sie, die eigenwilligen, ausdrucksmäßigen Entscheidungen abzugeben. Entweder man nimmt den lebenslangen Wettbewerb an oder überführt sich als Idiot – zum Branding ist’s ein kleiner Schritt. Im Notfall keine Gewähr.
Der kalkulierbaren Indikation folgt der berechenbare Künstler-Patient. Die Anamnesen, Kontexte des Aufmerksamkeitswettbewerbs werden vereinheitlicht – demokratisiert. Die Konstituierung des Künstler-Subjekts erfolgt durch einzwängende Umstände. Es oszilliert zwischen ihnen. Wie kann es aus diesem determinierten Umfeld gegen seine Konstitution angehen?1Vgl. Judith Butler: „Wie kann das Subjekt als Bedingung und Instrument der Handlungsfähigkeit zugleich Effekt der Unterordnung als Verlust seiner Handlungsfähigkeit sein? Wenn Unterordnung die Möglichkeitsbedingung der Handlungsfähigkeit ist, wie läßt sich die Handlungsfähigkeit des Subjekts dann als Gegensatz zu den Kräften seiner Unterordnung verstehen?“ In: „Psyche und Macht – Das Subjekt der Unterwerfung“, Gender Studies, edition suhrkamp 1744, Suhrkamp Verlag Frankfurt/Main, 2001, Seite 15
Selbst die wuchernde Rationalität der Vorschriften oder die Rationalität der wuchernden Vorschriften sozialisiert noch, macht den Lebens- bzw. Leidensdruck für den Einzelnen allgemein und wird quer durch die Köpfe herunter gebrochen zur Normalität des Lebens. Normalität ist das, was man nicht ändern kann. Sie greift stabilisierend ein. Geschriebenes wird Vorschrift – Anweisung zur Maschinen- und Menschensteuerung.2Oswald Wiener, ebenda, Seite 12: „Wenn der Schritt vom Ideogramm zum Alphabet ganz gewiß auch ein Teil der Verwandlung von Sprache in Information ist, so bedeutet ebendies eben einen Machtzuwachs des Staats: alles Geschriebene ist Vorschrift, der Buchstabe des Gesetzes erst realisiert die Wirklichkeit, ruft sie durch Beschreibung erst ins Leben (d. h. macht sie sichtbar durch Etikettierung d. h. Schilderung), liefert die authentische Interpretation.“ Die „Verwandlung“ jeglicher Kommunikation in sprachliche Notation als fest Geschriebenes erfordert sicherlich Handlungsanweisungen, um ihren „Umlauf“ zu protegieren oder zu ermöglichen. Diese Handlungsanweisungen bestimmen insofern damit den Informationsfluß in Inhalt und Form. Erst in dieser Abhängigkeit, in der Angewiesenheit auf sprachlich notierte Kommunikationskanäle erhalten jene Alphabete (gesetzgeberisches) Machtpotential.

Der Realismus gewöhnt uns an
die Niederlage
gewöhnt uns an den Realismus.

 

 

  • 1
    Vgl. Judith Butler: „Wie kann das Subjekt als Bedingung und Instrument der Handlungsfähigkeit zugleich Effekt der Unterordnung als Verlust seiner Handlungsfähigkeit sein? Wenn Unterordnung die Möglichkeitsbedingung der Handlungsfähigkeit ist, wie läßt sich die Handlungsfähigkeit des Subjekts dann als Gegensatz zu den Kräften seiner Unterordnung verstehen?“ In: „Psyche und Macht – Das Subjekt der Unterwerfung“, Gender Studies, edition suhrkamp 1744, Suhrkamp Verlag Frankfurt/Main, 2001, Seite 15
  • 2
    Oswald Wiener, ebenda, Seite 12: „Wenn der Schritt vom Ideogramm zum Alphabet ganz gewiß auch ein Teil der Verwandlung von Sprache in Information ist, so bedeutet ebendies eben einen Machtzuwachs des Staats: alles Geschriebene ist Vorschrift, der Buchstabe des Gesetzes erst realisiert die Wirklichkeit, ruft sie durch Beschreibung erst ins Leben (d. h. macht sie sichtbar durch Etikettierung d. h. Schilderung), liefert die authentische Interpretation.“ Die „Verwandlung“ jeglicher Kommunikation in sprachliche Notation als fest Geschriebenes erfordert sicherlich Handlungsanweisungen, um ihren „Umlauf“ zu protegieren oder zu ermöglichen. Diese Handlungsanweisungen bestimmen insofern damit den Informationsfluß in Inhalt und Form. Erst in dieser Abhängigkeit, in der Angewiesenheit auf sprachlich notierte Kommunikationskanäle erhalten jene Alphabete (gesetzgeberisches) Machtpotential.

158, Marx Exegese

Im Waren-Fetisch kann sich die allgemeine Entfremdung individualisieren – kann sich das Individuum der Komplexität aller Fremdheit sich entledigen oder sich dem Fremdgefühl vor unverstandenen, weil sehr komplexen Vorgängen entfremden. Es zieht sich in eine Position dagegen zurück: Abwehr – als Affirmation. Das, was nicht innerlich ausgetragen werden kann, wird nach außen im Konsum veräußerlicht.
In der Gestalt des Käufers verkörpert sich das private wie arbeitsteilige Verhältnis zum gesellschaftlichen Zustand der Arbeitsteilung – als sozialer Status in der Gesellschaft. Sein Verhältnis zum Warentausch symbolisiert also in der von ihm erworbenen Ware seine Stellung als symptomatisches Spiegelbild. Der Käufer symbolisiert die Produktion anhand der von ihm in Besitz genommen Produkte, die symptomatisch seine Stellung zur Produktion markieren. Die Lebenswelt potentieller Konsumenten wird mit einem Marktwert determiniert: als voraussichtliches Budget des Konsumenten und als dessen Durchsetzung seines Marktwertes selber: Das, was man sich leisten kann, repräsentiert zugleich den eigenen Marktwert.1vgl. Joseph Vogel, in: Das Gespenst des Kapitals, diaphanes Zürich 2010, Seite 110  Über modische Produktschleifen wird das Subjekt der Arbeit von den Produkten seiner ohnmächtigen Betriebsamkeit eingefangen. Individualisierungen erscheinen als nichts anderes als Produkt-Wirkungen aufs Subjekt und: Produkt-Wirkungen schlagen bis zur „Individualität“ durch. Sie sind als Defizite nicht erkannt. Formiert im Image wird die Innenwirkung im entindividualisierenden Prozess des Außer-sich-seins verdeckt. Die Konditionierung durch die lebenserhaltende Doppel-Struktur der Produktion – als Symbol wie Symptom – verstärkt die gesellschaftliche Funktionalität wie Entmenschung des über Konsum sich sozialisierenden Menschen gleichermaßen. „Aber die Auflösung dieses Individuums in der modernen Gesellschaft ist selbst nur die Bereicherung des produktiven Teils derselben.“2Marx, MEW, Band 42, Seite 150
Eingeplant.

 

  • 1
    vgl. Joseph Vogel, in: Das Gespenst des Kapitals, diaphanes Zürich 2010, Seite 110
  • 2
    Marx, MEW, Band 42, Seite 150

157, Ich bin der Akt meiner Akte

Also der Patient, Künstler, das Mensch-Ich hat Recht: Er kann sich auf den faulen Geruch seiner Umgebung stützen und auf die Wirkungen seiner Behandlung: Die Übernahme des Faulens aufs Ich, um unterzutauchen, gefährlich von Fliegen umschwirrt zu sein, z. B. mit Scheiße zu leben und von ihr zu schreiben vielleicht, wird als Lebensumstand ursächlich; es verändert, konditioniert den Schreiber. Der gesellschaftliche Ausfluss, das Loch im angeschossenen Tank kommt im bürgerlichen Ich zur Anwendung und weitet sich zur Flut. Gern wird die Existenz in der Störung als Gestört-Sein dargestellt. Die erwirkte Gewalt des Patienten gegen medizinische Lenkungspraxis in den psychiatrischen Anstalten erscheint den Henkern als Ausgangspunkt seines Verhaltens, als Akt seiner Kranken-Akte, ohne Ursprung, gegen das natürlich Maßnahmen getroffen werden müssen.
Der Künstler-Patient springt beständig – aber woher? Er wartet auf seine Herkunft.

 

 

156, Kunst und Wahnsinn

Die Kunst und der Wahnsinn treiben den Menschen über sich hinaus.1vgl. Brecht, in: Schriften zur Literatur, II. Band, Suhrkamp, Seite 57: „Es ist die Kunst, die den Menschen so über sich selbst hinaustreibt.“
Kritik an allem und jeden und sich selbst ist Daseinsweise geworden. In sie verstrickt, ins Nie-gut-genug, ist das Gebaren von Mangel-Existenz inmitten von Zerwürfnissen zur Lebensaufgabe geworden. Der allzeit bereite kritische Habitus des gefährdeten Subjekts, Künstlers, Menschen hält somit den Kontakt zum bereits unsicheren, aber noch zuckenden Real-Utopien aufrecht. Das Nörgeln hält gerade noch gegen das Außen zusammen. Die Realitätsabwehr gewährt Selbstbehauptung – bis zur Verknöcherung zusammengeschrumpft. Der Sturm in den Warenauslagen geht durch die Passanten: In das frische – un-ver-brauchte – Ich wird endlich ein marktmögliches gesetzt. Wenn es endlich schwach und eingeordnet werden kann, ist es Verbraucher geworden.
Die Beschäftigung mit Kunst dient als Verwandlung psychischer Auswüchse zu Schöpfungsakten, die den Sturm individueller Deformation als Selbsterfindung gestalten und unterhalten, die das „Gleichgewicht zur Hölle“ wieder herstellen kann. Wo ehemals das Ich war, sind dessen Leerstellen getreten, dessen Rückzugsgebiete, seine Abdrücke: Manchmal sind es Bilder, Choreografien seiner Attidüden, Schreie oder Shoppingtouren. Die Wiederholung alltäglicher und oder künstlerischer Praktiken der Entgrenzung, unendlicher Differenzierung ist zum Gestus der Selbstbehauptung, des Überlebens ausgewachsen.2Lacan erkennt in Freuds „signifikanter Artikulation der Wiederholung den Primärprozeß im Kreislauf der Realität“. Jacques Lacan, in: Schriften III, Seite 11 Die mögliche Veränderung des Lebens hat im Vergangenen ihre Statt. In der flexiblen Gestaltung, Interpretation des biografischen Materials. Von dort kann es (hier) entdeckt werden. Jene Erfindungen der Wiederholung bilden den Antrieb, von den bezwängenden Phänomenen los zu kommen, sie negieren den Aufenthalt, sie flüchten vor dem Tatort in die Spekulation, in die Ver-Rückung – man flieht die alten vergangenen Zusammenhänge, indem beständig neue konstruiert werden: Artifizielles Stadium. Das Wüten zur Schönheit ein Versteck gegen das Erkennen, gegen das Freilegen von Zusammenhängen, ist das Abdichten vor zerstörerischer Alltäglichkeit.

 

 

  • 1
    vgl. Brecht, in: Schriften zur Literatur, II. Band, Suhrkamp, Seite 57: „Es ist die Kunst, die den Menschen so über sich selbst hinaustreibt.“
  • 2
    Lacan erkennt in Freuds „signifikanter Artikulation der Wiederholung den Primärprozeß im Kreislauf der Realität“. Jacques Lacan, in: Schriften III, Seite 11

155, Extra

Extrapolierung aus Fragmenten am Fragment. Geschnitten von der verwebten Welt stürzen Tatsachen lose, umherschwirrend unvernetzt umher. Kein Werden hat sie je beglückt. Resultate schneiden uns vom Einsehbaren ab. Der Satz ist nur gut für die Stelle, wo er steht.

 

 

154, Kapitalismus (Zwangscharakter als Massenartikel)

Also die Menschen für das Schlachtvieh – oder statt diesem. Die Käufer sind zum Kaufen berechtigt und: sie müssen die Verantwortung für die Ware übernehmen. Die Fleischesser sollen Herr Gott noch mal für das abgepackte Schnitzel zur Verfügung stehen – ist das so schwer? Die Individuen werden zur Kundenkategorie geschliffen – Ver-Braucher –, es wird da alles im Menschen ausgetrieben, was dem Projektil „Massenware“ als Treffer zur Zielgruppe entgegensteht. Aus dem Slogan „Wir müssen die Leute abholen, wo sie stehen“ wird: „Die Leute müssen dort hingestellt werden, wo wir sie abholen können“. In der Tierhaltung wird das erfolgreich praktiziert: zum Beispiel bei Stopfgänsen.
„Der moderne Kapitalismus ist letztlich von einer seltsamen Rückwärtsgewandtheit geprägt: zurück zur Natur. Die globale Wirtschaft, (…), ist dabei, diesen Schritt radikal zu vollziehen. Die öden Wissens- und Informationswüsten haben sich längst in fruchtbare, aber undurchdringliche Informationsdschungel verwandelt. Dort regieren Märkte.“ Wie sollen „die“ Märkte angesprochen werden: Du Markt, eure Exzellenz, unbekannterweise, oder haben die Märkte eine postalische Anschrift? „Vorbei die Zeit, in der es Sicherheitsnetze gab, welche die Unproduktiven aufgefangen haben.“ Die Unproduktiven? Die Ausländer, die Schwulen, die Behinderten, oder „einfach“ diejenigen, die sich dem „Markt“ widersetzen, weil er sie nicht gebrauchen kann? „Die Natur schlägt zurück.“ Ja die Natur ists.
„Die Konsumenten werden, so konstatieren die Autoren, nicht mehr mit dem rational besseren Argument angesprochen, sondern verführt oder ruhig gestellt. Unternehmer verwandeln sich so zu listigen Märchenerzählern, die sündige Neuheiten an den Käufer bringen wollen. >>Sie wissen, das unsere Gehirne von Emotionen gesteuert werden.<< Deshalb ist die Fokussierung auf stimulierende Marken von so großer Wichtigkeit. Im Fadenkreuz [in der Zieloptik jener Waffen, die auf Zielgruppen spezialisiert sind] stehen natürlich die immerwährenden Träume der Menschheit [die angestellten Manager träumen davon, dies durch ihre Produkte profitabel vermitteln zu können]: auf ewiges Leben, Glück, ewige Jugend, Männlichkeit und ewigen Reichtum. >>Traum kämpft gegen Traum, und überall auf der Welt eifern die Unternehmen um das Geld und die Seelen der Kunden.<< Der Kunde muß [!] süchtig gemacht werden. Die unzulängliche menschliche Natur ist der eigentliche Motor des Kapitalismus.“1Süddeutsche Zeitung, in der Rezension (Peter Felixberger, „Unbegrenzte Möglichkeiten“) des Buches „Karaoke-Kapitalismus“ (Jonas Ridderstrale, Kjell A. Nordström) vom 24./25. September 2005 Was für ein Dreck!
“Denn die Menschheit muß kriegerisch werden“2vgl. Brecht, in: Schriften zur Literatur, II. Band, Suhrkamp, Seite 57: „Es ist die Kunst, die den Menschen so über sich selbst hinaustreibt.“ , um nicht ausgelöscht zu werden, um zu bleiben.
Die menschlichen Anfälle von Wahnsinn sind letzte Salven für die Beschreibung von unmenschlichen, bedrückenden Zuständen; sie sind menschliche Äußerungen dagegen.

 

 

  • 1
    Süddeutsche Zeitung, in der Rezension (Peter Felixberger, „Unbegrenzte Möglichkeiten“) des Buches „Karaoke-Kapitalismus“ (Jonas Ridderstrale, Kjell A. Nordström) vom 24./25. September 2005
  • 2
    vgl. Brecht, in: Schriften zur Literatur, II. Band, Suhrkamp, Seite 57: „Es ist die Kunst, die den Menschen so über sich selbst hinaustreibt.“

153, Statistik über Kranke und Verkäufer

Die Differenz zwischen der 90 prozentigen Wahrscheinlichkeit an einer bestimmten Krankheit zu erkranken1als ein in Zahlen ausgedrücktes Sicherheitsbedürfnis, das in Angstmache aufgelöst wird und den im Auftrag ermittelten, tatsächlichen Krankenzahlen: Z. B. 100.000 ermittelte Kranke gegenüber 70.000.000 möglicherweise Gesunden: von den Verkäufern von Medikamenten aus betrachtet, sind das unerkannt Kranke, die noch nicht wissen, das sie eine hohe Wahrscheinlichkeit an X zu erkranken.
Wird die Krankheit den Renditeerwartungen von Medikamentenherstellern unterworfen? Oder unterzieht sich der Mensch den an ihn gestellten Gesundheitserwartungen doch?
Dem als (geistig) krank Gestempelten fehlt seine gesunde Referenz, er erkennt die Differenz nicht. Steht der Betroffene noch im sozialen Arbeitskontakt – macht er seine Arbeit/ die Arbeit der Anderen – ist dessen Kranksein nicht beschreibungspflichtig. Er ist zwar schon eingeliefert (ins Büro, ans Fließband), aber braucht nicht behandelt zu werden. Es ist eine persönliche Angelegenheit. Das Kranksein wird im gesellschaftlichen Funktionsfeld individualisiert, als Privatsache verniedlicht. Die Angelegenheiten, die der Patient für andere im Produktionsprozess erledigt hat, verfolgt ihn. Im Individuum steckt das jeweils Unwohle, das den Betrieb stört. Persönlichkeit stört den Betriebsablauf und erfährt ihren nur privaten Sinn, als Abgegrenztes (die „Unberührbaren“ in Indien) und nicht als etwas, das sich durch das Ausgrenzen von den Anderen erst konstituiert. Selbst das kranke Sein wird out of personality markiert. Es ist dein Problem, mann.
„Der Mensch verweilt nicht bei dem Schmerz eines anderen, wenn er ihm nicht helfen kann.“2Brecht, in: Schriften zur Literatur, II. Band, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main: 1967, Seite 37

 

 

  • 1
    als ein in Zahlen ausgedrücktes Sicherheitsbedürfnis, das in Angstmache aufgelöst wird
  • 2
    Brecht, in: Schriften zur Literatur, II. Band, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main: 1967, Seite 37

152, einfach laufen ist ineffizient

Die Extremsportarten, Extrem-Freizeitbeschäftigungen – die narrativ den Konkurrenzkampf, den Wettbewerb jeder gegen jeden abbilden – als künstlich wie künstlerisch herbeigeführter Kampf mit dem Tod im abgesicherten Modus, führt auf die Fährte, dass die natürlich eingerichtete Fortbewegung antiquiert scheint. Konkurrenz muss schon sein. Alles andere ist als die Unfähigkeit ausgesprochen, auf den eigenen Füßen zu stehen. Wenn du kein Ziel hast, ist einfach Laufen sinnlos. Wo ist der Mehrwert?

 

 

151, Freundschaft

In der Moderne tritt das Subjekt als Funktionär seiner eigenen Existenz auf. Die Freundschaft gewährt Visionen, die über das Funktionärsdasein hinausgehen. In der Freundschaft erfindet sich eine gegenseitige, einvernehmliche Menschheit. Jenseits der affirmativen Differenz zum Lebenserhalt. Im Feld eigener Gedanken kann der Freund sich dazu rein – a-funktionell – verhalten, seine menschliche Aussaat entwickeln. Die Ebenen: Familie, Funktionär, Freund sind nicht konsistent zueinander. In den Übergängen wird sich abgeschliffen.

 

 

150, Traum vom Datenraum

In naher Zeit werden Nationen sich auflösen und sich Datenbesitztümer, Datenräume als geopolitische Einheiten bilden, sobald sie als Transformationsmaschinen von marktbestimmenden Interessenlagen konfirmieren: als datenbasierte Interessenkonglomerate. Die Nation der Baumwollpflücker, der Gebärenden, Produktbesessenen… ständig sich zusammensetzende Mengen von Informationsbesitzern werden in diesem Krieg um den friedlichen Verkauf von Objekten oder Informationen über Objekte, Informationen, Personen sich streiten. Die entsorgten – künstlichen – Intelligenzen träumen von der permanenten Umwandlung des Individuums in funktionale Organisationsformen, in Codeschnipseln von Mitgliedern, Verbrauchern, Lobbyisten, schließlich in Informationszustände über Objektwünsche: Ein Traum ist im Gang, der nie wieder aufhört.

 

 

149, Funktionalisierung und Körper

Gemeinsame Interessen zwischen Personen sind das Ergebnis gesellschaftlicher Arbeit – das bedeutet: vor allem Funktionalisierung der Interessen in der Arbeitsteilung, also Ausdifferenzierung zu operativen Einheiten/ Funktionen, zu Subjektformen von Arbeitsverhältnissen. Die Bildung von gemeinsamen Interessen und deren Strukturierung erfolgt gemäß der Stellung im Produktionsprozess, gemäß der funktionellen Zwangslage in ihm. Der stete Umbau gesellschaftlicher Funktionsebenen (soziale und wirtschaftliche Einheiten) ist ambivalent: der Umbau ist Folge und Bedingung sozialer Systeme. Er ist Produkt der funktionalen Entwicklung sozialer Praxis, auf die er zugleich hinwirkt. Wenn man den Umbau umgestalten will, die Veränderung verändern will, bedarf es systemübergreifender Anstrengung. Die Revolution der Revolution macht vor dem eigenen Körper nicht Halt. Der Widerstand muss mit seinem Gegner, Gegenstand das eigene Geäst mit überwinden; den Ast auf dem gesessen. Der Kämpfer überwindet im gelungenen Kampf den Gegner und verliert ihn, und damit den Grund seiner bisherigen Position.

 

 

148, präventive Disziplin als Moral

Ein Schiff mit tausenden Büchern – welches bestimmt den Kurs?

Moral: Eine Gebärde abstrakter Menschlichkeit, gerade wenn sie nur als Handlungsanweisung verstanden wird, hofft man darauf, dass die ihr zugrunde liegende Anweisung für den Angewiesenen menschlich gesinnt ist: Tue das! Tue das nicht! – wird befolgt im Vertrauen, das es allgemein auch gültig ist. All die Imperative, die viele Kinder schon zeitig hören: „Sei artig, bessere dich…“ (ohne zu verstehen) – filtriert die menschliche Beteiligung an Entscheidungszusammenhängen erst heraus, konfrontiert das Subjekt, fordert es zu Handlungs- bzw. Verhaltensentscheidungen –, zwingt das noch schüchtern solitäre Individuum zu präventivem Verhalten, gemäß der ihm gesetzten normativen Struktur einer disziplinierenden Moral zu leben, um sich einzuordnen. Schuldhaft empfundene Bewegungen entstehen an dieser Reibefläche, wenn für das einzelne Subjekt der eigene Lebensbezug darin beschnitten wird oder der normative Kontext vom Subjekt nicht – aus Lebenslagen oder mangelnden Einverständnis heraus – internalisiert werden kann. Auseinandersetzungen, wenn auch im Widerspruch, zeugen vom gelungenen Kontakt der normativ sozialisierenden Gesellschaft mit ihren einzelnen Subjekten. Die soziale Erzeugung von Defiziten am einzelnen Subjekt durch gesellschaftlich eingeforderte Bringepflichten/ Disziplinierungen – also die regulierende Verweigerung von spontanen wie lustorientierten Objektbesetzungen – treibt es desto psychisch tiefer ins gesellschaftliche Labyrinth normativ gesetzter Bestimmungen im Kontext moralischer Forderungen. Das BGB ist ein wortreicher Widerspruch zu den tatsächlich dem Menschen abverlangten Erfahrungen. Der Bürger soll Wort-nehmen, aber ist von seiner Lebens-Sprache abgeschnitten. In der Überwindung des Wassermangels streckt sich die Wurzel tiefer: Du kannst ein freier Mensch sein, aber allgemein definierte Freiheit deckt sich nicht mit konkreten moralischen Umständen subjektiver Freiheitsbedürfnisse. Das Betreten der gesellschaftlich normierten Felder vermittelt den Anwesenden einen Platz in der Recht schaffenden Geisterbahn komplexer Lichtverhältnisse.

Moral ist ein Versteck für besonders leidenschaftliche Erfahrungsjunkies oder Terroristen. Im Terror individualisiert sich das Individuum zu Ende – es folgt einer vergötterten Wahrheit als Moral. Es ist nicht trivial, Moral bei sich selbst zu lassen und menschlich, d.h., moralisch zu handeln. Vielleicht besteht die höchste Stufe von Moral darin, Verantwortung für das eigenen Handeln zu übernehmen.

Hinter postulierter Wahrheit verstecken sich Schützengräben millionenfacher Inkonsequenz, Massenmorde. Da wurde die eigene Verantwortung zielführend einer ordnenden Wahrheit übergeben, wie Napalm über Wälder gegossen. Sich selbst als Verursacher und Beteiligter von kommunikativen Situationen – Handlungen – zu erachten, ist der ethische Imperativ.

 

 

147, Solipsismus als Selbstentzweiung

Beziehungsstrukturen, in denen sich unterirdisch aufgehobene Erwartungen, verzögerte Hoffnungen, gestaute Niederlagen sammeln, worin das Selbst seine Besonderheit aufgab und seinen Autonomieanspruch verlor, wegschleuderte aus dem Mangel an sich selber oder dem Druck gegen sich, münden in Abhängigkeit zu einem oder vielen Anderen. Dieser „Mangel am individuellen Sein“ ist aufgehoben in der sozialisierenden Macht angenommener Wünsche und Erwartungen normativer sozialer Situationen, die das Selbst um sich – geprägt eben von diesen angenommenen Normativen – spinnt. Dies verspricht der einzelnen wie sozialisierten Person ein sozial vorteilhaftes Überleben – nur muss  daran festgehalten werden: Solipsistisch. Das einzelne Selbst tritt hinter sich zurück zugunsten einer kollektiven Narration gemeinsamer Interessen, damit jedoch schultert es auch die Schuld unerfüllter Erwartungen, die es an sich gestellt oder einem Kollektiv (Gruppe, Familie, Beziehung) übergab – die Schuld, alles andere eben diesen Interessen zu opfern. Nach den je einzelnen Verlusten unter dem Druck der Existenz oder in schon bestehenden Konflikten mit Beziehungen bzw. mit kollektiven Strukturen, in denen Machtpräpositionen mit jeweils anderen Interessen gefochten werden, gibt das Selbst sein Ich heraus und löst es in eine neue Kontinuität ein, worin seine Individualität in Funktionen versachlicht wird. Es stimmt in den Chor ein, um nicht gänzlich stumm zu bleiben. Solo deo gloria.
Und das ist nicht das Schuldbewusstsein des Kollektivs, der Allgemeinheit oder sonst was, nicht das „allgemeine“ Schuldbewusstsein gegen jene sich in allem verkörpernde, jähzornig einander vorgetragene Mitwisser- und Täterschaft, sondern es ist das persönliche Eingeständnis, genau solche Struktur von Beziehungen – Liebesbeziehungen wie auch Beziehungen in Arbeitsverhältnissen – das Kollektiv, den Verbund als Versicherung der eigenen Existenz zu brauchen und: zu beanspruchen. Das Bekenntnis zum eigenen Schuldvermögen jenseits eines kollektiven Verstecks ist die Steuer des Ichs auf seine Individualität. Dieses Bekenntnis verbürgt das Anrecht auf seine Zukunft.
Das ringende Vergewissern, mit den Anderen (im Arbeitsverhältnis, im politischen Kollektiv, in best. gesellschaftlichen Communities) zu sein, verschärft sich zur problematischen Selbstselektion des Überlebenswilligen durch „Selbstverpflichtung“ gegen sein Selbst – Pflicht als Ausdruck der Resignation statt Intention.1vgl. Klaus Heinrich, in: Dahlemer Vorlesungen – tertium datur, Band 1, Stroemfeld/ Roter Stern Verlag, Seite 129 Eine Art Selbst-Konspiration für das intellektuelle Entweichen vor der selbstischen Niederlage. Die Übernahme anderer, sich allgemein gebender Interessen auf sich selbst wird Instrument der Selbst-Beherrschung. Die an sich selbst vorgenommen und vorauseilend angenommenen Ansprüche der Selbstbeherrschung (als Implikationen sozialer Kommunikation, als Übernahme technokratischer Lebenstechniken) sind ein schützendes, weil übersichtlich eingezäuntes Feld, in das das Selbst sich der affirmierten Logik des Beherrschtwerdens überantworten kann. So macht man sich gemein. Mit kühlem Verstande.

 

 

  • 1
    vgl. Klaus Heinrich, in: Dahlemer Vorlesungen – tertium datur, Band 1, Stroemfeld/ Roter Stern Verlag, Seite 129

146, Sorge tragen

Es gibt diese merkwürdige Sorge, dass jemand etwas anderes macht als der sich Sorgende und dass der andere es macht ohne den Sorgenden – sich also seiner Kontrolle entzieht: Wie ist es gemeint, wenn dauernd die sorgende Person um Verständnis des Sich-Sorgens zittert ebenso wie die, der die Sorge gilt? Wann kommst du, wann gehst du, wohin? Ich möchte, dass dir Nichts passiert. Diese vorgebliche Sorge formuliert Schutzbehauptungen, unter denen eine Kontrolle des anderen stattfindet. Die Empathie überspringt den anderen Körper, indem er auf den eigenen abgestillt wird. Empathie als Abgrenzungsgebaren im hierarchisch geprägten Feld.1Vgl. Henrike Kohpeiß, in: Bürgerliche Kälte, Affekt und koloniale Subjektivi-tät, Campus Verlag Frankfurt am Mein, New York: 2023, Seite 286 bis 293 Ich benutze deine Gefahr als mein stolzes Leiden.
Die Sorgenden können nicht bei sich bleiben und binden den Anderen mit ihrer Sorge an sich. Die erwartete Sorge der anderen löst im umsorgten Subjekt selbst vorauseilende – die äußerlichen Intentionen erfüllenden – Besorgungen gegen die es Umsorgenden aus. Das versorgt den Sorgenden mit Zweifel. Die kollektiv (oder auch familiär) ausgelöste und eingefleischte Präsenz der Sorge im Bewusstsein des jeweiligen Subjekts erfüllt und erzeugt als Kontrollinstanz ihren Sog auf die Betroffenen. Im Ausweichen, im Schutz vor ihrem Raster wird dem Sorgenden kein Anlass gegeben, das besorgte Subjekt unterwirft sich dem sorgenden. Die angenommene Sorgenmasse, das Erwartungsfeld der Sorge, bedingt Erwartung und ist Verpflichtung. Grob gezeichnet entsteht eine Verpflichtung gegenüber dem sich Sorgenden: Aus der Sorge wird Erwartung zu erwartbaren Handeln gestrickt bis sie als eigene Verpflichtung zur Schlinge um den Hals wird. Der Be-Sorgte besorgt die erwünschte Rückkopplung für den Sorgenden. Es ist klar, dass die auf eine Person projizierte Erfüllung von Erwartungen (als kontrollierende Sorge) nur von ihr angenommen, nur sie sich der angezeigten neu entstehenden bzw. vorhandenen Bindung unterstellen kann, weil sie sich damit sozial aufgehoben wähnt (= soziales Vertrauen als vertrauen auf den Schutz) – oder sich damit auf diese Weise im konstituierenden sozialen Umfeld Marken seiner Orientierung und Einbindung schafft. Verlust von Autonomie zugunsten einer stabilen Abhängigkeit innerhalb einer Beziehung (Familie, Arbeitskollektiv, Verein).

 

 

  • 1
    Vgl. Henrike Kohpeiß, in: Bürgerliche Kälte, Affekt und koloniale Subjektivi-tät, Campus Verlag Frankfurt am Mein, New York: 2023, Seite 286 bis 293