279, solitude absolument

Einsamkeit wuchert in mir. Wilde Zellen. Fressen Ruhe Gedanken mich.

Ja ja klar, aus dem Zustand der Liebesfähigkeit hinaus geworfen. For all und zu alt.

Niemals mehr zusammen frühstücken.

Die Freiheit allein zu sein und sich selbst unabhängig zu verwalten, zeigt dir um so mehr, dass niemand mehr fehlen kann.

 

 

278, Hegel und Heinz: Beobachten 2. Ordnung

Beobachten 2. Ordnung als Beobachten, das in der Beobachtung vom >Objekt der Beobachtung< getrennt wird und auf sich selbst stösst. Der Beobachtende weiß sich getrennt als Getrenntes vom erkorenen Beobachtungsobjekt und monologisiert mit sich: über den bewussten Trennungsvorgang vom Beobachtungsobjekt und -Subjekt. Das angenommene An-sich-Sein des Objekts dringt zum Für-sich des Beobachtenden durch: über die unendlich versuchten wie gescheiterten Objektivierungen des Beobachtenden selbst. Das Ich im eigenen Beobachtungsvollzug zu erkennen, heißt der eigenen Konstruktion im Beobachten gewahr zu werden und sich der Implikation eigenen Eingeschränktseins (Blindseins) im Beobachten zu vergewissern. Das zu sich selbst kommende Subjekt ist ein intrinsisch gespaltenes.

„Die Begriffe zweiter Ordnung endbergen Einsichten in den Prozess des Beobachters, die auf der Ebene der 1. Ordnung gar nicht möglich sind. Auf dieser Ebene handelt man einfach, verwendet bestimmte Konzepte, Vorannahmen und Theorien, die nicht reflektiert werden. Erst auf der Ebene der zweiten Ordnung entsteht die Möglichkeit der Selbstreflexion. Nichts ist einfach mehr da, nichts ist mehr selbstverständlich. Entscheidend ist, dass der Beobachter für seine Beobachtung, sein Sprechen und Handeln verantwortlich ist. Er ist untrennbar mit dem Gegenstand und Objekt seiner Beschreibung verbunden. Der epistemologische und der logische Bereich der eigenen Aussagen gelangt in eine neue Dimension.“1Heinz von Foerster

 

  • 1
    Heinz von Foerster

277, Entsagung und Sozialisation


Puppe mit Strick, coloriert, Hans-Georg Köhler 2017

 

Das durch die Kette der Entsagungen1Vgl. Herbert Marcuse, in: Triebstruktur und Gesellschaft, Einleitung. Hier stellt Marcuse die Aufschiebung der Lustenergie als Bedingung kultureller Leistungen (Sublimierungen) voran. „gebildete Subjekt der Zivilisation, das, um sein Leben zu fristen, ständig mehr gibt, als es empfängt“,2Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 180 ist das Resultat der durch die Geschichte gehenden Introversion des Opfers:3vgl. Adorno/ Horkheimer, in: Dialektik der Aufklärung, Seite 62 es ist das entsagende Ich. Es gilt mehr vom eigenen Leben zu geben, zu veräußern, als davon verteidigen zu können: „Das entfaltet sich im Zusammenhang der falschen Gesellschaft. In ihr ist jeder zuviel und wird betrogen.“4vgl. Adorno/ Horkheimer, in: Dialektik der Aufklärung, Seite 62 Dieses Leben gebiert sich in seiner Abschaffung, Abwicklung. In Erwartung auf das Ende des Entsagens entspinnt sich versöhnlicher Trost; wie schön. Die tröstende Utopie beginnt im opfernden, entsagenden Hier und Jetzt des Menschen. Aber hier beginnt auch das unendliche Warten: die in die Zukunft verschobenen Kräfte der Befreiung zwingen mehr denn je zur Praxis der zur Entsagung antreibenden, produktiven Gegenwart. Utopie als projektiver Vollzug eigener Erwartungen. Paket ohne Adressat.

 

 

  • 1
    Vgl. Herbert Marcuse, in: Triebstruktur und Gesellschaft, Einleitung. Hier stellt Marcuse die Aufschiebung der Lustenergie als Bedingung kultureller Leistungen (Sublimierungen) voran.
  • 2
    Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 180
  • 3
    vgl. Adorno/ Horkheimer, in: Dialektik der Aufklärung, Seite 62
  • 4
    vgl. Adorno/ Horkheimer, in: Dialektik der Aufklärung, Seite 62

276, Kunst und Behörde

Kunst zu machen, entspringt realen Bedingungen sozialer Partizipation, aber oft wird ihr partizipatives Versprechen gegen die „individuelle“ Kreativität ausgespielt und im Kunstmarkt verramscht. In diesem Diskursfeld schrumpfen wir Künstlerinnen zur anspruchslosen Kleinheit, die an die Gegenwehr keine Ansprüche mehr stellt. Von den Widersprüchlichkeiten ermüdet, entsteht keine „große Verdichtung“, die ein ausdrucksstarkes Sterben im Überleben verspricht. Der kompromitierte und sich komprimierende Mensch überläßt damit seinen Teil an der Welt den Bestattungsinstituten. Vergessliche Nachgesänge. Solang der Mensch schrumpfem kann, dient die Schrumpfung ihm zum Versteck und er kann die Bewegung des Rückzugs halten. Ein Versteck in der antizipierten eigenen Leiche, von „der Gnade der Entkörperung“1„Solche Idylle, die doch ans Glück der Rauschgifte mahnt, mit deren Hilfe in verhärteten Gesellschaftsordnungen unterworfene Schichten Unerträgliches zu ertragen fähig gemacht wurden, (…) Im besten Falle wäre es die Absenz des Bewußtseins von Unglück.“ Adorno, Horkheimer, in: Dialektik der Aufklärung, Fischer Verlag, Seite 70 getragen, weil die menschliche Verkörperung mit allem Lebendigen scheiterte. Solche Menschen haben sich in ihre Behauptungen zurückgezogen. Ihr Rückzug ist ein Weg ohne Ankunft. In dieser Selbstzerstörung durch Selbstbehauptung löst sich gerade auf, was gerettet sein soll. An dieser Stelle ist es zu spät, die letzten Reste herzugeben, um die letzten Reste zu retten. Die sehnsüchtige Flucht in Liebesverhältnisse, Affären aller Art mit Objekten aller Arten – im neuen Schicksal dem alten zu entgehen – findet in der Hundehütte ihr Ende; dem Bürger sei es ein Palast, eine Filmlänge lang. Der Rückzug des Ich-Zentrums aus der Welt löst es nun auch auf, übergibt es den Behörden. Das Ich wird zu Verwaltungvorgängen ausgebaut. Auf dem erzwungenen Rückzug stellt sich das so gehetzte Ich gegen seine immanente Selbstreflektion, denn nur Blindheit ist nötig, um durchzukommen. Was ist das Selbstreflexion anderes als die Fähigkeit, Differenzierungspunkte mitten im Sich gegen die Umwelt zu schälen und fest zu legen. Das Künstler-Ich treibt Keile in sich hinein, begibt sich in schizophrene Zwangslagen. Es zieht sich auf seinen innerkörperlichen Raum für sich zurück.

 

 

  • 1
    „Solche Idylle, die doch ans Glück der Rauschgifte mahnt, mit deren Hilfe in verhärteten Gesellschaftsordnungen unterworfene Schichten Unerträgliches zu ertragen fähig gemacht wurden, (…) Im besten Falle wäre es die Absenz des Bewußtseins von Unglück.“ Adorno, Horkheimer, in: Dialektik der Aufklärung, Fischer Verlag, Seite 70

275, Geburt, Schmerz und Trennung

„Erst im Schmerz der Trennung tritt das Selbst ins Leben.“1Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 69 Es wird losgetreten, ausgetrieben, ins Leben hineingestoßen. Das Geboren-Werden ist ein erstes Zerissen-Werden. Das intrinsisch-embryonale Subjekt wurde losgelassen: geboren. Das Ich ist nur im Kappen seiner Verbindung mit der Mutter möglich. Eine physische Enteignung vom Mutterleib. Die nächste steht bevor: die soziale Metamophose des Ichs zum gesellschaftlich habituerten Leib.

Ödipus beiderseits
Die erste Liebe außerhalb des Mutter-Kind-Kreises mit einem anderen Liebesobjekt als ein Motiv des Verrats.
Einerseits gegenüber der Mutter: nicht sie, sondern jemanden anderes zu lieben; und andererseits von der Mutter auf den Sohn betrachtet: der empfundene Verlust der Liebe des Sohnes zu ihr. Die Ungeteiltheit mit dem Mutterleib muß sich physiologisch im Körper festgesetz haben, denn die Beschreibungen des Heroin- und Kokoainkonsums zitieren im postnarkotischen Zustand – dem bekannten Katzenjammer – embryonale Körperhaltungen im Bett, auf der Matte, stundenlang.

Soziale Geburt als Selbstspaltung
Entlassen aus dem Mutterleib, befreit von ihm, bewegt sich das Individuum abermals in einen Zustand hinein, indem es – nun im gesellschaftlichen Umfeld – wieder ausgeboren wird: das Marx’sche gesellschaftliche Wesen. Ihm droht wiederholt seine Entlassung in die beziehungslose Freiheit der Produktionsverhältnisse. Statt Selbstverwirklichung öde Selbstspaltung, Entsozialisierung. Ausgestoßen, arbeitslos, ohne Kommunikationsmaterial -oder Medium, gekappt vom gesellschaftlichen Körper als geprägtes soziales Display – die eigene Fresse in social-media feeds stopfend oder hinter ihr herpostend. Selbstzerstörung scheint der gesellschaftlich produktiven Auslöschung zuvorzukommen: Ein florierendes Geschäft etabliert sich am Verschwinden, an der Aufhebung der Zerissenheit: Kaum Brot aber Spiele. Mit Konsum wird der Eingang zur Sucht des Hinwegspülens geschaffen, der Idee folgend, dass die gesellschaftliche Lebensexistenz durch Ablenkung allerlei Angebote gehalten werden kann. Entzug davon droht ständig: Auf sich selbst geworfen zu werden ist die größte Gefahr. Nichts ist so geil wie der Entzug der Wirklichkeit als durch die Konstruktion einer eigenen. Drogen und Konsum ent-ziehen Wirklichkeit, weil sie so mächtig sind, eine andere zu etablieren – Ersatzwirklichkeiten nehmen uns an unseren eigenen Wünschen fest.2„Solche Idylle, die doch ans Glück der Rauschgifte mahnt, mit deren Hilfe in verhärteten Gesellschaftsordnungen unterworfene Schichten Unerträgliches zu ertragen fähig gemacht wurden. […] Im besten Falle wäre es die Absenz des Bewußtseins von Unglück.“ Adorno, Horkheimer, in: Dialektik der Aufklärung, Fischer Verlag, Seite 70 Der gesellschaftlich honorierte Zwang der Selbstbehauptung oder Selbstverwirklichung im Produktionsprozess – ist das nicht gleich? – liefert das Individuum seiner Selbstzertörung aus, denn es sieht sich genötigt, permanent sich zu bearbeiten, sich für sein gesellschaftliches Fortkommen zu designen; sich zu institutionalisieren für die Sklaverei angenommener Wünsche. Adjustment. Hier strickt und hackt es noch mit heißer Nadel, hier löscht es seinen Aufruhr durch die Haut oder Nase. Die Selbstzerstörung schränkt das Blickfeld notwendig ein; wann immer entschieden werden soll, wo und wann zur richtigen Zeit und am rechten Ort die Bearbeitung der eigenen Existens vollzogen wird, muß ein Auge die erlösende Perspektive beibehalten. Die bürgerliche Wirklichkeit ist Behelf, ihr zu entommen. Lasst uns die Masken!

 

 

  • 1
    Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 69
  • 2
    „Solche Idylle, die doch ans Glück der Rauschgifte mahnt, mit deren Hilfe in verhärteten Gesellschaftsordnungen unterworfene Schichten Unerträgliches zu ertragen fähig gemacht wurden. […] Im besten Falle wäre es die Absenz des Bewußtseins von Unglück.“ Adorno, Horkheimer, in: Dialektik der Aufklärung, Fischer Verlag, Seite 70

274, Wir und Ich: verschwinden in der Spaltung oder im Spalt

Embryonal: verschwunden im Wir – Mutti und ich.
Ich will nicht verschwinden unterm Wir.
Meine erste Zerreißung fand in ihrem Geburtskanal statt. Mein Entspringen war Zerrissenwerden. Eine überlebte Teilung. Eine lebenslange Entschärfung der Bindung, die nun bis zu meinem Tode tickt.
Mein Selbst gründete sich zunächst auf die Abspaltung vom Mutterleib. Von hier an hat das Wieder-Identischwerden begonnen, das Sich-mit-sich-Bekanntmachen, das Sich-Sich-Selber-Vorstellen, das kritische Anschwellen des Ich für das für Für-sich-selbst-sein. Schneiden und Nähen, Trennen & Vereinigen.

Ich bin zu mir selbst gekommen: ein entleiblichichtes, heraus gebrochenes Menschlein, das vorher antizipatorisch im Geiste eine Wiedervereinigung mit dem Leim aller Leime, mit der Mutter suchte – solange der Leim hielt und eine Verbindung versprach. Danach suchte ich mich selbst. Ich fand
Die Quelle
War ich
    Ein Tropfen
Im Ozean
Aller 

 

 

273, Identität: a = a

Schrei nach Identität, I
Im anhaltenden Aussprechen von ‚A‘ zum AAAAAAAAAAA erlangt die Spache ihr bewußteres Hören. Das temporäre Versteck des Gedachten wird durch das Aussprechen in ein hörbar Wahrnehmbares geborgen. Die Verlangsamung des Sprachtaktes – Singen, Summen – verhilft zur Seinsgewißheit ohne akkustische Unterscheidungen: Das A bleibt ein A solang man es als A auspricht. Das Gesprochene ermöglicht in seiner akkustischen Dehnung gerade in der temporären Verlängerung des Zeitcharakters der Sprache, ein bewußteres in der Zeit-Sein. In der Ausdehnung der Sprache mit sich selbst (AAAAAAAAAAA), kann das sprechende und gesprochene Ich zu sich selbst dringen. Die (akkustischen) Auffassungen über die Welt gehen mit ihrer (hörbaren) Erfassung einher. Die Gesänge der Identität würden in einen einzigen Ton münden.

Identität II – als symbolische Spaltung
„Warum muß sich A spalten [im Sinne von: kopieren, clonen], sobald ich seine Selbigkeit aussagen will? Oder ist A gespalten schon vor dem Aussprechen von: A = A?“1Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 59
Das A ist in sein Spiegelbild zu spalten, um seine Identität zu bezeugen. Ist erst durch eine Teilung in zwei gleiche Teile, die ein Eines waren, also auf Kosten der Spaltung – was einen homogen symmetrischen Gegenstand vorraussetz würde – Identität auszudrücken/ herzustellen? Ist Identität ein Ergebnis einer unbeschadeten Teilung oder einer gelungenen Heilung der vormaligen Spaltung? Gehen dem Identischwerden Entsorgungsprozesse von Unterscheidungen voraus?
Der Widerspruch tritt als als Vereinigungsversprechen auf: A = (ist gleich/ bleibt) A, als wieder einzuholende Identität, die als versöhnlicher wie ästhetischer Moment auftritt, um sich der Existenz mit ihrem gefrorenen Spiegelbild (Gleichnis) zu versichern. Hier das Widersprüchliche: Um ein gleiches ‚A‘ zu formulieren, braucht man bereits ein anderes ‚A‘.
A = A, als ein Gleichnis unter Ausschluss der Zeit; im nur logifizierten Raum, bereinigt von allerlei Gestern und Morgen. Diese durchs Formulieren erzeugte Zeitstrecke im Aufsagen, die Dauer des sprachlichen Manifestierens von Identität – also die Ablösung des A (von A) durch oder mit dem Gleichheitszeichen als deren Erneuerung, kann als Entwicklung des Lebens selbst – durch dessen permanente Formulierung – aufgefasst werden.
Die logische Identität, wenn sie auf das Sein und nicht auf das Werden gerichtet ist, verflacht die Komplexität des Lebens und seiner Beschreibungen. Sie ist eine logische Konstruktion. In der Evolution sind Teilungsprozesse (Zellteilungen) dem Vielfachen erneuten Teilens ausgesetzt: Wachstum später Ausdiffernzierung  und nicht die bloße Identität ist der Ausgangspunkt für spiegelbildliches Kopieren. Für die Lebendigen ist Identität eine Regression auf ihren Status, auf ihre unmittelbare Situation. Identität zitiert das Problem des Werdens als Mangel an Fortbewegung (als ein Problem, das einen Mangel an Fortbewegung aufweist).

A ≠ B
A ist nicht, was B gleich ist. Die Zeit als Differenz von mindestens 2 Bewegungen oder Zuständen. Nur im angenommenen zeitlosen Raum kann etwas sich gleich sein oder es gibt Doppelwelten.
A ist das, was B nicht ist. A als das, was B ausschließt. B kann alles sein, außer A.

Identität III
Das Neue wird durch das Vergleichen in das Alte eingeschmolzen, ins Vergangene gestoßen – irgendwoher muß es herkommen. So ist sich nichts gleich (wie könnte etwas sich selbst gleich sein – ohne den Verweis auf sich selbst?), aber unter bestimmten Kategorien bspw. des Visuellen, der Menge oder der Kategorie der Qualität usf. können ausgewählte Urteile (Bestimmungen) unter ein prototypisches Urteil zusammengefasst, begrifflich zusammengedacht werden. In dieser Weise werden die sprachlich erfassten Dinge einer bestimmten, gedankensprachlich heraufbeschworenen Operation (Urteil, Schluß, Begriff) unterzogen, d. h., einer ihnen voran-gestellten und zugleich als von der Empirie gegebenen Fixierung gleich gestellt. Die Sprache ist das Medium, worin sich das sinnlich Gegebene mit den von ihm ausgelösten Empfindungen – unsere Wahrnehmungen – austauscht, vermittelt, zum Ausdruck gebracht werden. Das sinnlich gegebene Objekt wird permanent in den Verstand gesogen und von seiner Mannigfaltigkeit entleert.2Kant unterscheidet zwischen Sinnlichkeit und Verstand als Wurzeln der Erkenntnis: „Nur so viel scheint zur Einleitung, oder Vorerinnerung, nötig zu sein, daß es zwei Stämme der menschlichen Erkenntnis gebe, die vielleicht aus einer gemeinschaftlichen, aber uns unbekannten Wurzel entspringen, nämlich Sinnlichkeit und Verstand, durch deren ersteren uns Gegenstände gegeben, durch den zweiten aber gedacht werden.“ Quelle: Immanuel Kant, in: Kritik der reinen Vernunft, in „Texte zur Medientheorie“, Reclams Universal-Bibliothek Nr. 18239, Seite 74 Die Objekte werden erst unter einer bestimmten kategorialen Einteilung einer sprachlich hinreichenden Fixierung zugesprochen: einem Begriff gleich gemacht.
Die Herstellung von Identität von Dingen besteht in der Zerstörung der lebendigen Zeitlichkeit der Dinge.

Der Identität die Veränderung austreiben
Die Veränderung eines jeden Gegenstandes – sei es, weil er wachsen und vergehen oder durch den entropistischen Verfall zu Staub werden kann, steht der sprachlich-statischen erfassten und dem als identisch isolierten Objekt entgegen: oder man schneidet ihm die zeitliche Differenz aus seinem Lebenzyklus. Die so ins Objekthafte gezogenen Dinge, sind nun in ihrer sprachlichen Bekleidung nicht gut „aufgehoben“. Die Struktur der sprachlichen Grammatik ist zeitlos. Sie behandelt die in sie gefallenen Merkmale des Objekts als Ist-Zustand (in der Beschreibung). Insofern kämpft sie gegen das ständig sich bewegende Leben, um es in das Territorium der Beschreibung hinein zu ziehen. Der Satz der Identität beschreibt daher eine fiktionale Funktion, um Identität – als Annahme – herzustellen. In diesem Sinn ist sie Argument stiftend. Das ist die paradoxe Ambivalenz des Identitätssatzes, denn er stellt sie fest, indem er sie herstellt. Was ist das für eine Gewalt, die nötig ist, um zum Beispiel ein Subjekt aus sich herauszuziehen, damit es für die thesenartige Millisekunde sich – als Identität – gegenübersteht?! Die Idee der Identität setzt hier den Vorgang der Spaltung voraus. “Daß das, was er als eines behauptet, wenn er es überhaupt zutreffend behaupten will, zweimal da sein muß; daß er also bereits ausgeht von der Spaltung dessen, wovon er sagt, es sei eines.“3Klaus Heinrich, in: tertium datur. Eine religionsphilosophische Einführung in die Logik, Dahlemer Vorlesungen Band I, Stroemfeld/Roter Stern: Basel, Frankfurt am Main 1987, Seite 36
Sicherlich: Alles Beschreiben ist selektives Spalten. Die Abbildung – Verkürzung – der Welt auf die Fläche einer Sprachgrammatik: Auf einen Sprachcode. Im autonomen Sinn, ist die Rede von der Identität nicht auf das Womit (mit Was) ausgerichtet, sondern auf die Beschwörung der Sich-selbst-Gleichheit, als ein mehr oder weniger solipsistischer Akt des Sich-findens.
Diese Identität ist gegen die Zeit gedacht und behandelt, gegen das Leben, das wuchernde, und dessen verbreitete Unstimmigkeit mit den Begriffskalkülen. Denn in Begriffen auf Papier ist es möglich, die Zeit still zu lassen und sich im (codierten) Raum zu orientieren. Ein beständiges Verflüssigen und Verfestigen ist im Gang. Die Identität ist ein Limes, der in seiner Unerreichbarkeit die unendlichen sprachlichen Annäherungsversuche für die Aufklärung der Welt produktiv macht.

Aus dem – durch den Begriff der Zeit – darstellbaren Vorgang des Lebens (als biologischer Prozess) wird das zur Identität zugerichtete aber zugleich sie erzeugende ‚a‘ als Begriffsstummel herausgeschnitten. Es taucht auf insofern es als Wiederholung von bestimmten funktionalen Gemeinsamkeiten identifiziert werden kann. Wo Identität gemeint wurde, erwies sich Wiederholung als das „Gleiche“. Das Identische wird zunehmend aus dem identischen Akt der Wiederholung gewonnen; die Wiederholung oder die dieselbe Wiederholung der Wiederholung beschwört Identität. Dem Identisch-Sein geht bereits eine Setzung des Mit-Seins, des Auch-so-wie als analogische Operation voraus. Wenn Identität eine Abstraktionsleistung darstellt, so wird das unter Identität subsumierte Objekt, Begriff, Phänomen abstrakt erscheinen: Sie dient der Fiktion, durch die Rückführung auf leicht zu Wiederholendes eine Reduktion von Komplexität zu erreichen. Obwohl das Identischmachen mit Begriffen, Vorstellungen und Begehrenszuständen das Zeitliche, die Prozeßhaftigkeit der Dinge, Objekte sukzessive aus deren Bewegung ausschließt, bedarf es eines (wiederholbaren) Vorbildes, eines Orientierungspunktes, auf dass das Gleichgemachte verwiesen werden kann.
Das ist die analogische Verwandtschaft des Erinnerns zur Identität. Die am analogisch determinierten Vorbild zugerichtete Identität erscheint desto gelungener, je mehr es mit Vergessen, als Entropie der Zeit, behaftet werden konnte. Identität erscheint als Heimsuchung des Vergessens, weil alles aus der Bewegung kommt. Als Leerheit, Wüste, als permanente Ausschließung und Unverbindlichkeit. Die Zeit wird in diesem Prozess der Identitätsfindung nicht nur abgeschlagen, sie selbst ist als Vergessen tätig. Identität ist Vergessen! Identität ist nicht Wissen – Wissen ist selektiv, im Fluß. Identität als Todpunkt.

Identitätsproduktion
Das Produktive den der Satz von der Identität freilegt, ist sein modus vivendi: Das Streben, die Suche nach Identität zündet Erinnerungen an ein schon Dagewesenes. Der Prozess der Identität ist ein ständiges Ab- und Zuschlagen vom Fels der Zeit und heißt: Vergessen & Erinnern. Flip und flop. Um zwei Punkte als identisch zu erklären, muß ich die Geschichte zwischen ihnen überwinden und mich auf formale Kriterien der Identität beschränken. Zugleich trägt diese Überwindung das Erinnern von ausgeschlossener Geschichte mit sich. In ihrer leichtesten Form verhält sich diese Setzung als Spekulation zum jeweiligen Objekt. In dieser Lesart schafft Identität oder: erzeugt die Erfüllung des Begriffs der Identität die Wiederholung, Redundanz. Sie wirkt wie ein Urteil. Sie stellt nicht fest, sondern hält fest. Als Prozess betrachtet: Erst durch Wiederholung wird Identisches entwickelt. Dann – wenn also trotz Bewegung, sei sie gedanklicher oder räumlicher Art, die Gegebenheiten als unverändert erscheinen bzw. angenommen werden, schrumpft die Empfindung der Zeit gegen Null. Im Wiederholen – als Akt der Begriffsbildung, als Akt des Wiedererinnerns – wird die Zeit gefangen: sie verschwindet, um in der sie bezeugenden Wiederholung wieder aufzutauchen: als Wort. Das Identische schreitet nicht mehr fort, es rotiert in seiner Bewegung. Die geglückte Identifikation als Annahme des Wiedererkannten. So ist die Herausbildung der Erinnerung an wieder zu Erkennendem dem Identisch-Werden wesentlich. Liegt im Identischen nicht die Sehnsucht nach dem Gewesen, dem, wo man herkommt, begründet? Das Bedürfnis, die gegen das eigene Leben ab-laufende Zeit auf ihre jeweils vorige Sekunde zu bringen. Zu leben zwar, ohne Zeit, wird kristallin.
Lebendige Sprache – Sprechen ist eine Äußerung des Lebens – entzieht sich der begriffenen Identität wie sie auf sie zuwächst. Die komplexer werdenden Beschreibungsumfänge erwachsen aus dem Schrotthaufen einstiger Identitätsmobile.

Zeit und Identität
Formen können sich gleich sein, Leben sich nicht. Form – eine Abstraktion mit Zeitentzug. Warum spricht man von zeitlosen Formen? Das inhaltliche Versprechen der Formen ist eine Projektion auf die Zeitlosigkeit: Die Form soll in Jahren noch haltbar sein.
Identität als begriffliche Festlegung der sich-selbst-Gleichheit versperrt im formal logischen Sinn das Zeitliche, die Veränderung. Da das begriffliche Urteil der Identität nur sprachlich zugewiesen werden kann, aber Sprache selbst ein flüchtiges Medium darstellt, entpuppt sich an der als identisch festgestellten Form: Identität kann nur im sprachlichen Raum ausgedrückt werden. Das Paradox, dass das als gegen die Zeit gestellte Identische nur in der Zeit seiner sprachlichen Markierung aufgehoben ist. So sehr die Buchstaben über Jahrhunderte dauern können, müssen sie doch gelesen werden. Identitäts-Begriffe können als sprachliche Orientierungsmasken der Sprechenden aufgefasst werden. (Im Theater werden Masken verwendet, mit denen das Böse, das Gute z. B. dargestellt wird, um die Handlung mit dem Akteur als ein Identisches durch die Maske zu verschmelzen.) Es geht darum, Identität zu erringen. Das A = A gleicht einer Mausefalle: Bis zu ihr – meine Bewegung, ab dem Moment des Eintritts in sie: Bewegungs- und Leblos, „Seinsfest“. Tot einfach. Könnte ein Mensch sich gleich werden, würde er sich verdoppeln. Ein Klon. Wenn er sich selbst gleich sein soll, müßte er sich als Gegenüber konstruieren. Identifizierung bedeutet dann Auslöschung, nicht mehr über das Identische – Sich-Selbst-Gleiche – hinauskommend. Es scheint, als ob aller Begriffsbildung ein fangnetzartiges Identifizieren vorausgeht. Dass man etwas meint, bedeutet das nicht, dass man das Gemeinte unter ein grobmaschiges Netz von Identitäten wirft? Geht nicht aller Identifikation gemeinte Identität voraus? Wir hätten nichts, worüber wir reden oder orientieren könnten.

Das Schlachtfeld: die 2-dimensionale sprachliche Abbildung 3-dimensionaler Welt. Sprachlich manifestierte Identität als Ankerpunkt räumlicher Koordinaten der Fortbewegung. Es gibt einen Unterschied zwischen Zuständen (Null und Eins als digitaler Wert des Zutreffens oder Nicht-Zutreffens) und Zeit. Zwischen grammatikalischer Syntax (Sprache) und dem alles überschießenden Begriffs losen Sowohl-als-auch gibt es den Raum, zu überleben. Unsere Rettung ist, dass die Sprache grob ist oder anders gesagt: Wir können zielen, aber nicht treffen, doch stets wieder zielen.

„Die sprachlichen Gebilde, die einstehn für Realität.“4Klaus Heinrich, in: tertium datur. Eine religionsphilosophische Einführung in die Logik, Dahlemer Vorlesungen Band I, Stroemfeld/Roter Stern: Basel, Frankfurt am Main 1987, Seite 79

Sprechen als ein Medium, was der Selbstdarstellung der (eigenen) Lebens- bzw. Daseinsweise Substanz vermittelt. Wer spricht, ist nicht tot. Die Sprachakte behandeln, verifizieren, vermitteln neben dem Kommunizierten das Kommunizieren selbst. Die Wendungen des Seins sollen in bestimmten Redewendungen fixiert werden (können). Versiegte das Sprachmaterial als Erfahrungsmaterial, so geht das (Ver)Schweigen auf soziale Isolierung hinaus, oder es zwingt zur Tätlichkeit, zur sprachlosen Bewegung, um wieder in kommunikativen Kontakt zu treten.

 

  • 1
    Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 59
  • 2
    Kant unterscheidet zwischen Sinnlichkeit und Verstand als Wurzeln der Erkenntnis: „Nur so viel scheint zur Einleitung, oder Vorerinnerung, nötig zu sein, daß es zwei Stämme der menschlichen Erkenntnis gebe, die vielleicht aus einer gemeinschaftlichen, aber uns unbekannten Wurzel entspringen, nämlich Sinnlichkeit und Verstand, durch deren ersteren uns Gegenstände gegeben, durch den zweiten aber gedacht werden.“ Quelle: Immanuel Kant, in: Kritik der reinen Vernunft, in „Texte zur Medientheorie“, Reclams Universal-Bibliothek Nr. 18239, Seite 74
  • 3
    Klaus Heinrich, in: tertium datur. Eine religionsphilosophische Einführung in die Logik, Dahlemer Vorlesungen Band I, Stroemfeld/Roter Stern: Basel, Frankfurt am Main 1987, Seite 36
  • 4
    Klaus Heinrich, in: tertium datur. Eine religionsphilosophische Einführung in die Logik, Dahlemer Vorlesungen Band I, Stroemfeld/Roter Stern: Basel, Frankfurt am Main 1987, Seite 79

272, Schweigen und Leiden

Das unmittelbar empfundene Leiden in einer Situation, weil man übergangen worden ist, verletzt im persönlichen Nahbereich, spricht sich im konsternierten Schweigen aus; die Stille ist rein, entfernt von den Ankern der Worte. Wo nichts erlitten, sprichts sichs leichter. Über das Objektivierte – also das in die Bezeichnung gezerrte „Objekt“ – kann eher gesprochen werden, als das der Objektivator über sich selbst Worte findet: Denn er hat Distanz zu sich genommen. Der Laut eigener Worte ist nicht mehr „Organ des Willens“.1Vgl. Ernst Cassirer, in: ges. Werke, Hamburger Ausgabe, Band 11, Philosphie der symbolischen Formen, Erster Teil Die Sprache, Seite 258 Wo wir getroffen sind, wie gelähmt von der vorausgegangenen Verletzung, sind wir oft hilflos schweigend. Wo wir schweigen, können wir nicht reden. Dem Schweigenden ist der gemeinsame Orientierungsraum der Sprache mit deren versöhnenden Verkörperungen, Übersetzungen abgeschnitten.2vgl. Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 109 ff

Lass uns reden!

Die Welt ist durchs Schweigen nicht zu verzaubern.

Ich, Hans-Georg Köhler, 2022
Foto: © Enrico Trippa

 

 

 

  • 1
    Vgl. Ernst Cassirer, in: ges. Werke, Hamburger Ausgabe, Band 11, Philosphie der symbolischen Formen, Erster Teil Die Sprache, Seite 258
  • 2
    vgl. Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 109 ff

271, Widerstand

Widerstand zu suchen, sich nicht in den Zuständen einzurichten, nicht in ihnen zu assimilieren, bedeutet, der Realität ihr Vorkommen zu beweisen: Die Abwehr markiert den Gegner. Widerstand als ein Realitätsbeweis für Widersprüche. Dem Widerstand damit Realität bezeugen, weil das Selbst sich real in den Realtitätvollzug einbringt und: in der erfahrenen Realität gegen sie opponiert. Der widerständigen „Disposition“ des Menschen zur geltenden Herrschaft der Situation wird damit Realität – Ausdruck – verliehen. Die widerspenstige Nicht-Anpassung an die normierte Normalität kann als Befreiung vom Zwanghaften bürgerlicher Sozialisierungsprozesse erfahren werden. Zugleich wird im widerständigen Ausdruck gegen die sogenannte Realität das Zwanghafte an und in ihr zum Ausdruck gebracht. Nicht nur wird die Realität im Widerstand gegen sie erfahren, d. h. überhaupt erlangt, der Widerstand selbst wird realistisch, weil er zum Ausdruck kommt und Gestalt gewinnt. Das Wirklich-Sein entsteht also in der Auseinandersetzung gegen und mit der Realität/ Wirklichkeit. Wirklichkeit also nur im Kontakt/ Konflikt mit ihr.

Die Wurzel des Widerstands ist sein Gegen-Stand: Das Ich arbeitet gegen die Um-Stände seiner Gegenstände.

 

 

270, Lernen als traumatischer Prozess

Fritz B. Simon:
„Lernen erfolgt im Wechselspiel von Akkomodation und Assimilation nach Maßgabe der Nicht-Anpassung an die relevanten Umwelten des Systems, d. h. nicht ohne >>Not<< bzw. nur, wenn es notwendig ist.“

„Lernen ist riskant, weil dadurch erprobtes und bewährtes Wissen/ Können disqualifiziert wird (= Verlernen/ Entlernen/ Entwertung bzw. concellation des alten Wissens).“1Fritz B. Simon, in: Formen. Zur Kopplung von Organismus, Psyche und sozialen Systemen. Carl-Auer-Systeme Verlag GmbH Heidelberg, 2018, Seite 80

Das angehäufte, gelernte Wissen kann durch wiederholte Anwendung verfestigt werden – es wird in der selbst erzeugten Erfahrungsspur festgehalten: Es hat sich im Körper eingenistet. Dazu gehören auch leidvoll gemachte Lern-Erfahrungen: sie sind erlitten, weil die Überwindung des jeweiligen Status quo der Erfahrung durch neu zu erlernende Lernkontexte ein Bewusstsein der Labilität erzeugt: Morgen – in der Schule – wird ein anderer, neuer Lernstoff die bisherigen Lernerfahrungen herausfordern: „[…] Denn Veränderung ist der Prozeß, der die Regeln der Vergangenheit auslöscht.“2Heinz von Foerster, in: Sicht und Einsicht, Viehweg & Sohn Braunschweig/ Wiesbaden 1985, Seite 10 Lernfähigkeit impliziert die Fähigkeit zu leiden, sich stetig neu zu orientieren, zugunsten der Anpassung an provoziert neue Situationen: Also die Forderung, sich lernend zu ändern, das bisher Gewusste in sich selbst zu überwinden für die als neu gegen das Gewusste auftretenden Lern-Bedingungen. Ein lernendes Individuum mobilisiert seinen Erfahrungszusammenhang – seine bevorzugte biologische Trägheit/ Stabilität (Homöostase) als bisherige Nische – gegen die provozierte Infragestellung dieser Nische, gegen seinen bisherigen Erkentnisprozess. Wird der Widerspruch zwischen der auf stabilen Erfahrungen beruhenden Gewißheit und dem Neuen, noch Uneinortbaren – als neuer Lernstoff – vom Individuum nicht ausgehalten, wird es vom Schock des neuen Lernkontextes traumatisiert. Die stete Unterbrechung der erzielten Gewohnheit, bisherigen Anpassung, als Krise: der kognitive Ausnahmezustand durch stetig neue Anpassungsforderungen als beständiges Lernsetting gefasst. „Menschliche Wesen haben eine Bindung an die Lösungen, die sie entdecken, und gerade diese psycholgische Bindung macht sie verletzbar […]“3Gregory Bateson, in: Ökologie des Geistes, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1985, Seite 318  In diesem Prozess entstehen die Narben der missglückten Lernerfahrungen. Im Aufeinandertreffen mit noch nicht durch die Erfahrung abgestelltem, erfassten Wissen stößt das durch Erfahrung angepasste Subjekt mit sich – seinem ungenügendem, weil unvorbereiteten Selbst – zusammen. Es stößt auf seine nichteingelöste Anpassung selbst; seine bisher geglückte erfahrungsmäßige Trägheit stösst auf seine noch nicht eingelösten kognitiven Möglichkeiten: Frustriert schicken sich Schüler in erholsame Ablenkungen – retardierende Spiele.
In der Reflexion mit Rezipienten habe ich beobachtet, dass in der unmittelbaren Wahrnehmung eines neuen, unverständlich scheinenden Objekts – besonders bei Kunstwerken – also dort, wo Wahrnehmung selbst ein Medium der Produktion ist, mit Unwillen, einer gewissen Aggressionslust reagiert wird. Eine Art intuitive Spontanabwehr gegen die ungewohnte Erfahrung der Wahrnehmung.

 

 

  • 1
    Fritz B. Simon, in: Formen. Zur Kopplung von Organismus, Psyche und sozialen Systemen. Carl-Auer-Systeme Verlag GmbH Heidelberg, 2018, Seite 80
  • 2
    Heinz von Foerster, in: Sicht und Einsicht, Viehweg & Sohn Braunschweig/ Wiesbaden 1985, Seite 10
  • 3
    Gregory Bateson, in: Ökologie des Geistes, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1985, Seite 318

269, Identität als widerspenstige Falle im Sozialisierungsprozess

Die gesellschaftliche Honorierung des zur anerkannten sozialen Rollen-Identität sich verarbeitenden Ichs, sind in seiner Sozialisations-Konfusion1vgl. Erik H. Erikson, in: Identität und Lebenszyklus, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1966, Seite 153 ff – vorallem in der Pubertät – zu erkennen. Besonders in dieser Lebensphase gilt es, sich auf den drohenden Verlust des bisherigen Selbsts einzurichten oder mindestens ihn zu antizipieren. Im zu leistenden Verzicht auf seine bisherigen von der Gesellschaft losgelösten Verselbstständigungen eigener Individualität wird das sozialisierte Selbst künftig verzichten müssen. Wo es diese soziale Normierung überwinden muss, geht es gegen sich an und driftet in soziale Stigmatisierung ab oder richtet sich darin ein.2vgl. Erving Goffman, in: Stigma, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 24. Auflage, z. B. Seite 9 ff, 56 f Das neue – mit sozialisierender Normierung eingeübte – Selbst kann nur aus seiner Asche bisheriger „Persönlichkeit“ aufsteigen. Eine andere Metapher: Die soziale Häutung gewährt dem Selbst seine Anpassung – mit dünner Haut.

Keine Sozialisation ohne traumatischen Prozess.
Die gesellschaftlich normierte Individualität als Grad der Zerstörung des eigenen Individualitätsstatus, die sozial normierte Individualität als eine Funktion angenommener gesellschaftlicher Identität. Identität als gesellschaftliche Funktion des Ichs: normative Sozialität als soziale Prothese. Der eigene Verlust von Ich-Mächtigkeit als sozialer Gewinn für die Gemeinschaft.

Gleichheit im Brei
Sich allem common sence gleich zu machen, im Menschenbrei unterzutauchen, um nicht entdeckt zu werden: mit der Chance, unter dem vielen Gewimmel und süchtig Flüchtenden sich zu verkriechen. „Flucht vor der Drohung des Identitätsverlustes in Identitätslosigkeit.“3Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 44 In der feindlichen Menge.

Pathologisierung
Vollstopfen mit oder Entleeren von gesellschaftlichen Normativen als Symptom eines Begleichens sozialer Normen. Weil der eigene Raum vernichtet wird zugunsten des Einstehens für einen gemeinsamen sozialen Raum, den aber das Ich nicht mit anderen teilen will: Eingeeingt im Massen-Raum voller Egos.

Identitäts-Gefängnis
Die Identität des Gefesselten ist sein Material: der Strick um seinen Hals. Die Totalität der normierenden Zugriffe aufs Ich entspricht der Totalität der übermannenden Angebote zur Freiwilligkeit. Ein riesiger Markt für Ersatz-Objekte der Individualität – Selbstverrat„Wahrscheinlich sind alle Menschen, wenn sie erst sozialisiert sind, latente >>Verräter an sich selbst<<. Die psychische Schwierigkeit dieses Verrates wird jedoch größer, wenn entschieden werden muß, welches >>Selbst<< von Fall zu Fall verraten werden soll.4Peter L. Berger, Thomas Luckmann, in: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Fischer Taschenbuch Verlag 2016, Seite 181

 

 

  • 1
    vgl. Erik H. Erikson, in: Identität und Lebenszyklus, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1966, Seite 153 ff
  • 2
    vgl. Erving Goffman, in: Stigma, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 24. Auflage, z. B. Seite 9 ff, 56 f
  • 3
    Klaus Heinrich, in: Versuch über die Schwierigkeit nein zu sagen, Stromfeld Rote Stern, 4. Auflage 2002, Seite 44
  • 4
    Peter L. Berger, Thomas Luckmann, in: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Fischer Taschenbuch Verlag 2016, Seite 181

268, Verwandlung oder Behandlung?

Behandlung
Urteile über Personen werden oft leichtfüßig im pathogenisierenden Jargon gefällt. Da ist der Begriff Narzsissmus, Prokrastination oder Asberger nicht weit. Sind tatsächlich Verhaltensauffälligkeiten vorhanden, ist es nicht trivial, sie „korrekt“ einzuordnen: stets in der Gefahr, das die Diagnose als Machtinstrument über den Patienten herreinstürzt. In der zunehmenden Ausdifferenzierung diagnostischer Kategorien – wie in der Historie des DSM nachzuverfolgen -, ist das begriffliche Ringen abzulesen.
Die verurteilenden Bewertungen von Mitmenschen, als Mobbing besonders in pubertierenden Kohorten „gängig“ wie auch die Einordnung in der medinzinischen Diagnostik, sind normierende, gar pathogenisierende Instruktionen, wenn sie auf die Wiedereingliederung – mit Behandlung – bzw. auf den Ausschluß des Menschen aus dem sozialen Körper hin wirken: sie sind ein Kontrollinstrument. Der mit Diagnose belastete Mensch droht aus dem sozialen Körper herauszufallen: weil er dem Druck von Bewertungen und Normierungsassimilation nicht mehr standhält. Die psyschich-physiologische Anpassung des diagnostisch erfassten Menschen gelingt nicht ausreichend, um zu bestehen. Die Grenze zwischen kognitiv-genetischer Disposition und sozial-psychischer Anpassung befindet sich auf Seiten der amtlichen Manuale, medizinischer wie kassenärztlicher Instruktionen oder in der Dienstvorschrift. Die Beschreibungen der (administrativ definierten) Fehlleistungen sind bereits Zuschreibungen von Verhalten: Objektivierungen herrschen über das nichtangepasste, aber zur Veränderung verpflichtete menschliche Wesen anhand gültiger und vergüteter Anamnesen. Sind es also die sozialen Umstände oder die wütenden Körper, die nicht passen?

Verwandlung – Multividuation
Soziale Eingliederung – ob nun im Sinne produktionstechnischer Verwertung oder normativer Sozialisierungsrituale – wird mit den jeweiligen Normierungen nicht nur kontrollierend begleitet, sondern ebenso ermöglicht. Für den Großteil der Menschen passt der sozial-normierende Anzug: Die Verwandlung zum sozialen Bürger ist gelungen.
Die diagnostische, dienstliche oder sozial abgesicherte Normierung stützt die Ebene der resozialisierenden Produktivität des Menschen, wobei die sich gegen Normierung abwehrende Befindlichkeit des zu Therapierenden in ihm selbst verankert bleibt. Die amtlich bestätigte Andersartigkeit treibt spaltende Keile ins Herz der Selbstbestimmung: Wer definiert sie? Wo gerade jener Mensch nur seine ausgemachte Unbestimmtheit inmitten anderer Menschen spürt und versucht, aus-zuleben. Diese verurteilenden Bemächtigungen, als soziale Rezepte gern verteilt, bedeuten die verwirklichte Verhinderung einer Anpassung oder Neujustie­rung des be- oder getroffenen Menschen. Sie multividieren ihn in jeweilig anders genormte Lebensbereiche und stretchen ihn. Die Selbstverortung des betroffenen Menschen in sozial überdeterminerten Verhältnissen wie zum Beispiel in prekären Arbeitsverhältnissen ist ihm so verwehrt.
Ist in der Existenz – im pragmatischen Leben – die Differenz von Klinik (Symptombehandlung) und Produktion/ Sozialisierung (Symptomobjektivierung) fehlgeschlagen, wuchert „die Firma“/ das „System“ und der tauschwerte Arbeitplatz in den daran erkrankenden Körper hinein: Jetzt ist er verrückt geworden.

 

 

267, Zeichnen als Berührung denken

Ich zeichne eine Linie, kurz vorher eine Ahnung: Ein Zwischen von Hintergrund und Gegenstand wird Form im Auge Hirn, dann zur Kontur im Papier vibrierend: das Gezeichnete kann im Zeichnen zur Gestalt des zeichnenden Körpers hinübertaumeln. Die Linie als Berührungsgrenze: des Stifts mit der Welt zwischen mir und dem Papier. Das Gesehene wird haptisch im Zeichnen erleichtert oder verstärkt. In der Zeichnung wird der Unterschied zwischen Beobachter und Beobachteten in der Darstellung zur Form vollzogen. Die wahrgenommenen Eindrücke als transformierte Ausdrücke werden im Be-Zeichnen gegen die Realität ästhetisch abgedichtet.
Den Akt der Zeichung sich vorstellen als Berührung, die zur Linie gequetscht wird: worin Beobachtung, Beobachtetes und Beobachter zusammen kommen. Als eine Verlängerung des Gesehenen ins Sichtbare hinein, zurück ins Wahrnehmbare einer Gestalt auf dem Papier oder der Leinwand. Das Gesehene – die Blume, die Wolke – wird nun durch die Zeichnung, d. h. durch die geglückte, weil wahrgenommene Berührung in der selbstischen Gestaltung gesehen: als formales Zeichen oder Zeichnung. Ein neuer Aggregatzustand der Wahrnehmung ist entstanden.

 

Bild 1, aus der Serie „Choreo / 2024“, © Hans-Georg Köhler
https://hansgeorg-koehler.de/zeichnung/choreo-2024/

 

 

266, Haut zwischen uns

Haut als ein Kontaktraum zur Überwindung der Einsamkeit, wenn wir sie – mit einem anderen – teilen. Wenn wir andere berühren, gleiten wir zwischen unseren Häuten an unseren Grenzen entlang. Die Haut ist die Erfahrungsfläche des Begehrens: als Betätigungsfeld des anderen Egoismus im Liebeskampf um Zuneigung. Spüren und Berühren als Grenzverletzung verschmelzen einander: einvernehmlich. Die Erfahrung des eigenen Körpers als fremden, als ein durch den anderen endlich wahrgenommener und die Wahrnehmung der Körperlichkeit am anderen bilden eine Einheit: Das “Ich-nehme-dich“ heißt: Ich nehme an mir teil. Sex als Objektivierung des Körpers: man nimmt an der Wahrnehmung der eigenen Existenz durch den anderen senso-motorisch teil: Mit der schmerzhaften Erfahrung, der Objektivierung des eigenen Körpers ausgesetzt zu sein, gerade durch das Begehren des oder zum anderen. Das Einlassen auf den geliebten anderen Menschen impliziert ein Wagnis zur Entzweiung, um „im Anderen bei sich zu sein“. (Hegel) Die eigene Haut kommt niemals ohne den anderen so lustvoll in die selbstische Existenz. Die Erfahrung der eigenen Grenze durch ihre Verletzung, Überschreitung durch den anderen Teil-Nehmer.
Man verliert die eigene Grenze mit Haut und Haaren. Aus seiner Haut zu kommen fordert, sie zu verlieren: in lustvollen Momenten.

 

 

265, Jacob Burckhardt: Gedanken zum Krieg und ihre Aktualität – uff

„Sodann ist hier vorauszunehmen schon der Krieg überhaupt als Völkerkrisis und als notwendiges Moment höherer Entwicklung.
Es gehört mit zur Jämmerlichkeit alles Irdischen, daß schon der einzelne zum vollen Gefühl seines Wertes nur zu gelangen glaubt, wenn er sich mit anderen vergleicht und es diesen je nach Umständen tatsächlich zu fühlen gibt. Staat, Gesetz, Religion und Sitte haben alle Hände voll zu tun, um diesen Hang des einzelnen zu bändigen, d. h. ins Innere des Menschen zurückzudrängen. [sic!] Für den einzelnen lächerlich, unerträglich, abgeschmackt, gefährlich, verbrecherisch, sich ihm offen hinzugeben.
Im Großen aber, von Volk zu Volk, gilt es als zeitweise erlaubt und UNVERMEIDLICH [Hervorhebung von mir], aus irgendwelchen Vorwänden übereinander herzufallen. Der Hauptvorwand ist, im Völkerleben gebe es keine andere Art von Entscheid, und >>wenn wir’s nicht tun, so tun’s die anderen<<. Die sehr verschiedenen inneren Entstehungsgeschichten der Kriege, die oft äußert komplizierter Art sind, lassen wir einstweilen außer Betracht.

Ein Volk lernt wirklich seine volle Nationalkraft nur im Kriege, im vergleichenden Kampf gegen andere Völker kennen, weil sie nur dann vorhanden ist; auf diesem Punkt wird es dann suchen müssen, sie festzuhalten; eine allgemeine Vergrößerung des Maßstabs ist eingetreten (…) die Kriege reinigten die Atmosphäre wie Gewitterstürme [die gesellschaftlichen Phänomene werden hier zurück ins Naturhafte getrieben], stärkten die Nerven, erschütterten die Gemüter, stellten die heroischen Tugenden her auf welche ursprünglich die Staaten gegründet gewesen, gegenüber ENTARTUNG, FALSCHHEIT und FEIGHEIT.
Der lange Friede bringt nicht nur Entnervung hervor, sondern läßt das Entstehen einer Menge jämmerlicher, angstvoller Notexistenzen zu, welche ohne ihn nicht entständen und sich dann doch mit lautem Geschrei um >>Recht<< irgendwie an das Dasein klammern, den wahren Kräften den Platz vorwegnehmen und die Luft versticken, im Ganzen auch das Geblüt der Nation verunedeln. Der Krieg bringt wieder die wahren Kräfte zu Ehren. Jene Notexistenzen bringt er wenigstens vielleicht zum Schwingen.
Sodann hat der Krieg, welcher so viel als Unterordnung alles Lebens und Besitzes unter einen momentanen Zweck ist, eine enorme sittliche Superiorität über den bloßen Egoismus des einzelnen [die „Kameradschaft“ im Schützengraben?]: er entwickelt Kräfte im Dienst eines Allgemeinen, und zwar des höchsten Allgemeinen und innerhalb einer Disziplin, welche zugleich die höchste heroische Tugend sich entfalten läßt, er allein gewährt dem Menschen den großartigen Anblick der allgemeinen Unterordnung unter ein Allgemeines.“1Jacob Burckhardt, in: Weltgeschichtliche Betrachtungen, Kröner Verlag 1978, Seite 160 f

“Und da ferner nur wirkliche Macht einen längeren Frieden und Sicherheit garantieren kann, der Krieg aber die wirkliche konstatiert, so liegt in einem solchen Krieg der künftige Friede.
Die Peliaden kochten je auf Zureden der Medusa ihren eigenen Vater, aber er blieb tot. In solchen Zeiten konstatiert man eine Abnahme der gemeinen Verbrechen: Selbst das Böse wird von dem großen Moment berührt.“2Jacob Burckhardt, ebenda, Seite 172

„Zum Lobe der Krisen läßt sich nun vor allem sagen: die Leidenschaft ist die Mutter großer Dinge, d. h. die wirkliche Leidenschaft, die etwas Neues und nicht nur das Umstürzen des Alten will. Ungeahnte Kräfte werden in den einzelnen und den Massen wach, und auch der Himmel hat einen anderen Ton. Was etwas ist, kann sich geltend machen, weil die Schranken zu Boden gerannt sind oder eben werden.
Die Krisen und selbst ihre Fanatismen sind (freilich je nach dem Lebensalter, in welchem das betreffende Volk steht!) als echte Zeichen des Lebens zu betrachten, die Krisis selbst als eine Aushilfe der Natur, gleich einem Fieber, die Fanatismen als Zeichen, daß man noch Dinge kennt, die man höher als Habe und Leben schätzt. Nur muß man eben nicht bloß fanatisch gegen andere und für sich ein zitternder Egoist sein.
Überhaupt geschehen alle geistigen Entwicklungen sprung- und stoßweise, wie im Individuum, so hier in irgendeiner Gesamtheit. Die Krisis ist als ein neuer Entwicklungsknoten zu betrachten.“3Jacob Burckhardt ebenda, Seite 188


9 Jahre nach der Veröffentlichung der „Weltgeschichtlichen Betrachtungen“ aus dem Nachlass Jacob Burckhardts ist mein Großvater Willi – 2. von rechts – im 1. Weltkrieg in einem Schützengraben abgelichtet. Sein Sohn, mein Vater, wird als Soldat 1943 in den 2. Weltkrieg eingezogen.

 

 

 

  • 1
    Jacob Burckhardt, in: Weltgeschichtliche Betrachtungen, Kröner Verlag 1978, Seite 160 f
  • 2
    Jacob Burckhardt, ebenda, Seite 172
  • 3
    Jacob Burckhardt ebenda, Seite 188